Social Distancing in Zeiten von Corona – und was ich mir dennoch für mein Vorschulkind wünsche

Social Distancing ist angesagt in diesen Tagen und Wochen und Monaten. Und doch wünsche ich meinem Vorschulkind so sehr, dass es das nicht war mit Kindergarten und er irgendwie noch gut in die Schule verabschiedet werden kann. Er, der von heute auf morgen nicht mehr in sein geliebtes Bauzimmer durfte, der nicht mehr mit seinen Freunden tolle Lego-Duplo-Drachen bauen konnte und nicht mehr Woche für Woche in der Vorschule einen neuen Buchstaben lernen durfte, soll vielleicht gar nicht mehr in seine Gruppe gehen dürfen? Nächste Station: Grundschule, so ganz ohne Übergang? Unvorstellbar!

Große Momente für stolze Vorschulkinder

Wenn ich daran denke, was meine Tochter in den letzten Monaten ihrer Kindergartenzeit alles erleben durfte. Einen tollen Vorschulkindausflug zur Coburger Burg gab es. Mit dem Zug waren sie hingefahren. Und kamen zwei Köpfe größer wieder zurück. Sie durfte feiern, im Kindergarten übernachten – und wurde in einem tollen Ritual hinterher rausgeworfen, weil sie nun ein Schulkind war. Es war emotional, aber im besten Sinne. Es gab außerdem einen kleinen Gottesdienst im Freien, mit Schulranzensegnung. Das waren alles große Momente, von denen sie heute noch spricht.

Gibt es eine „normale“ Einschulung?

Ich hoffe so sehr, dass mein Sohn auch etwas davon erleben darf. Natürlich gesundheitsverträglich. Und dann hoffe ich, dass er eine schöne Einschulung haben wird. Keine isolierte. Dass er seine Schultüte durch die Stadt tragen darf, stolz darauf, endlich ein Schulkind zu sein, und gespannt darauf, welche Überraschungen wohl drin stecken. Dass er neben den Freunden sitzen darf, die er sich an seine Seite wünscht. Dass es bald danach ein Klassenfoto gibt, auf dem alle ABC-Schützen eine Schultüte in der Hand haben – und keine Mundschutz-Maske auf der Nase. Und dass er all das nicht irgendwie virtuell-digital erleben muss, denn damit wären es eher Nicht-Erlebnisse.

Blödes Corona, Du lässt uns nicht nur gerade daheim versauern, Du sorgst auch dafür, dass unsere Kinder manch große Tage nicht erleben dürfen, wie sie es verdient haben. Ich hoffe, Du machst Dich bald vom Acker, wir wollen Dich nicht, wir wollen, dass unsere Kinder in Normalität und Gemeinschaft aufwachsen und dass sie dabei schönste Erlebnisse und Erinnerungen sammeln.

Auf dass es bald wieder gut ist.

Ihr Lieben, wie ist es bei Euch? Wann blutet Euer Mamaherz? Habt Ihr auch ein Kind in einer Übergangssituation?

11 Kommentare bei „Social Distancing in Zeiten von Corona – und was ich mir dennoch für mein Vorschulkind wünsche“

  1. Nicole Errante sagt: Antworten

    Genau die gleiche Situation wie bei uns. Mir tut es so leid dass er jetzt zu Hause hockt und ich habe Angst das von den letzten Monaten Kindergarten nur noch Corona Gedanken übrig bleiben. Ich hoffe so sehr das er noch eine schöne Restzeit im Kindergarten hat.

    1. Ja, das hoff ich auch. Ich drücke Euch und uns allen die Daumen! <3

  2. Noch geht es mit dem Vermissen – aber ich versuche noch gar nicht daran zu denkem dass es das evtl. war – die ganze Vorschule, auf die sie sich jedes Mal so gefreut hat, stolz wie Oskar an die Schule zu dürfen und dort eine Klasse zu besuchen, zu lernen, Neues zu Entdecken, Maxi zu sein. Die Holzarbeiten die sie gern gemacht hat. So vieles entfällt – auch für mich im letzten Jahr als Elternbeiratsvorsitzende. Den Sporttag den wir immer organisieren- und den Kids so viel Spaß macht – es wird ihn wohl nicht mehr geben. Ob Schultüte basteln, der Abschied und Co. alles stattfinden kann? Ich hoffe es zumindest- es ist auch schon so traurig genug. Ich hätte es den Kindern so sehr gewünscht eine unbeschwerte Zeit zu haben. Sie bekommen viel zu viel mit (schalten selbst das Radio an usw.) – da meinte die Kleine schon zu uns sie will nicht dass jemand von uns an Corona stirbt. Kein Kind sollte sich darüber Gedanken machen müssen. Diese Ungewissheit zehrt an den Nerven. Dass die Maxis zurück dürfen – daran glaub ich fast nicht – es würde gar nicht klappen mit nur 5 Kindern pro Raum. Den Kindern wird viel genommen. Aber auch den Schulkindern – Chancen, Ausflüge, Schullandheime usw. Die Differenz zwischen guten und schwachen Schülern wird noch mehr sichtbar werden – manche werden auch nicht so unterstützt Zuhause. Aber es ist auch keine Lösung die Klassen auf der Stufe nochmal starten zu lassen – Corona wird fürchte ich dafür sorgen dass viele Klassengemeinschaften auseinander brechen – und viele SchülerInnen die Klassen wechseln müssen weil sie es nicht packen. Übergangsschüler werden es viel schwerer haben als die Jahrgänge davor. Es hat glaube ich weitreichendere Konsequenzen für ganze Jahrgänge wenn die Schulen noch sehr lange geschlossen bleiben.

    1. 🙁 Du hast so recht mit allem. Es ist furchtbar traurig und zerreißt einem das Herz :-(((

  3. Jein. 2. Klasse geht mein Sohn und sie wollten gerade mit dem Füller anfangen und lernen wie man einen Aufsatz schreibt und eine Buchpräsentation wollten sie auch noch machen. Dazu über den 10er bis 100 rechnen etc

    Daher hoffe ich auch, dass es schnell vorbei geht und er das alles noch lernen darf. Sonst drängt sich alles in der 3. Klasse und das ist nicht gut.

    Wir selbst können es ja nicht beibringen.

    1. Ich hab auch eine Zweitklässlerin und bin ziemlich traurig, sie hatte sich auch auf vieles gefreut. Nur die Vorschulkindrituale, das schmerzt mich richtig. Die kann man nie wieder nachholen.

    2. Bei uns ist die selbe Situation.
      Meine kleine-große maus was sie alles nicht mit erleben. Ausgerechnet jetzt. Es tut mir in der Seele weh zu wissen, daß sie all die schönen Dinge nicht erfahren können.
      Unsere maus hatte gestern einen sehr emotionalen tag. Er war geprägt von Traurigkeit und Wut. Glaube gestern hat sie so richtig verstanden, das ihr die zeit, die sie im Kindergarten noch gehabt hätte davon rennt.
      Ich hoffe so sehr, daß sie wenigstens noch ein bisschen die zeit im Kindergarten genießen darf.

      1. Das hoffe ich auch! Alles Liebe Euch!

  4. Moschberger Leoni sagt: Antworten

    Wir sind in der selben Situation, dazu verschärft mir einem Kind das Struktur und Klarheit benötigt… Das ist ihm alles nun weggebrochen…ich bin unsicher, ob ein fehlender Abschied vom Kindergarten ihn nicht Entwicklungsmäßig verwirrt und aus der Bahn wirft.

    Auch hoffe ich, dass man nicht auf die Idee kommt, die Sommerferien ausfallen zu lassen und dadurch die Einschulung früher ansetzen lässt… Weil dann kommt mein Zeitplan auch noch durcheinander was Schultüte usw. Angeht

  5. Hallo,
    hier sitzt auch eine traurige Mama.
    Es ist alles soooo mega ungerecht 🙁
    was die kleinen Mäuse alles verpassen …
    Habe einen bockigen 2 Klässler zu Hause, ein sensibles Vorschulkind und in den Sommerferien macht sich Kind Nummer 3 auf den Weg auf diese Welt (ich hoffe nicht ohne Papa im Krankenhaus) ….

    Ich möchte aufwachen und meinen Kindern ihren gewohnten Alltag bieten, mit turnen, schwimmen, tanzen, Freunden und alles was Spaß macht 🌈

    1. Mensch, das tut mir alles so Leid :-/

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