Stundenplan nach Inzidenzwert oder: Das totale Chaos

Für die kommende Woche rechne ich damit, dass meine Kinder nach dem „alten“ Stundenplan beschult werden. Das heißt: nach dem Stundenplan, der von Schulstart im September bis zum Lockdown Mitte Dezember gegolten hat. Die Inzidenzwerte für unsere Stadt sind nämlich erfreulich niedrig, was heißen müsste: Komplett „normale“ Schule für meine Grundschulkinder. Aber – wo ist der „alte“ Stundenplan? Wo haben wir ihn, zwischen all den Wechselunterrichts- plus noch ein paar Zusatz-Stundenplänen, nochmal aufbewahrt? Und gilt er wirklich? Bisher haben wir noch keine Meldung der Schule erhalten. Denn: Immer erst freitags tagt hier der städtische Krisenstab, und gibt dann erst im Laufe des Tages die verbindlichen Infos an die Schulen weiter, und die dann wiederum „irgendwann“ an die Eltern. Laut Söders StundenStufenplan aber müsste es so sein, dass im Städtchen ab Montag wieder business as usual läuft – so usual es in Zeiten der Pandemie halt sein kann, und Masken sind in Bayern eh obligatorisch.

Alles Wahnsinn, oder?

 

Jeder Schultag ein Fest

Ich bin ja froh, wenn alles wieder nach Plan läuft, und davon erfahre ich, wenn es nicht mittelfristig geht, gern auch kurzfristig. In diesen Zeiten müssen wir die Feste – sprich: die Präsenz-Schultage – eh feiern, wie sie fallen. Carpe Diem – das gilt für diese Zeit. Denn tatsächlich sind unsere Stadt und der Landkreis von Corona-Hotspots umzingelt, und es grenzt schon an ein kleines Wunder, dass wir derzeit sogar eine Inzidenz von unter 35 haben. Ich freu mich also. Den Familien aus den Hotspot-Gebieten gilt aber natürlich mein vollstes Mitleid. Es muss ein Alptraum sein, keine Schulöffnungsperspektive zu haben – da ist unser „Ja wie den nun?“-Chaos natürlich nur ein Luxusproblemchen.

 

Die Kinder? Wollen das ganze Programm gar nicht mehr haben!

Meine Kinder nehmen es übrigens nur so mittelgut auf, dass sie wieder das ganze Programm haben sollen. Mit dem Wechselunterricht sind sie nämlich recht happy. Sie gehen nun zwar in die Schule, aber halt nicht so lang und oft wie damals, bis Dezember. Das finden sie cool. Der Sohn durfte jetzt immer mittwochs ausschlafen, dann hatte er nämlich immer erst um zehn Schule. Ein Träumchen für ihn. Meine Euphorie darüber, dass kommende Woche mal wieder alles nach Plan – nach welchem auch immer – laufen soll, können sie nicht teilen.

Was wir in dieser Zeit jedenfalls gelernt haben: maximal flexibel zu sein und alles so zu nehmen, wie es kommt. Also, liebes Landratsamt: Nehmt Euch ruhig Zeit für die Info zur kommender Woche, uns Eltern bleibt eh nichts anderes übrig, als flexibel mitzuwirken. Seufz.

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