Draußen Corona, drinnen Pfannkuchen: Bloggerin und Kochbuchautorin Nathalie Klüver erklärt, wie wir jetzt gutes Essen auf den Tisch kriegen

Ich liebe Kochbücher! Dass jetzt auch meine Bloggerkollegin Natalie Klüver (Ganz normale Mama), deren Rezepte ich sowieso schon immer genial fand, eins geschrieben hat, ist daher extrem spannend für mich. Warum ich ihre Rezepte immer schon nachgekocht und -gebacken hab? Weil sie einfach sind, es dabei nicht so genau geht, es immer klappt, immer gut schmeckt – und daher verwundert es mich nicht, dass ich ihr neues Buch „Das Familienkochbuch für nicht perfekte Mütter“ (Werbe-Link!) ebenfalls einfach nur lecker finde. Ich würde als Untertitel nur gern ergänzen: „Das Familienkochbuch für nicht perfekte Mütter – auch in nicht perfekten Zeiten“, denn gerade in der aktuellen Corona-Krise sind lässige Rezepte mit vielen Austausch-Möglichkeiten ziemlich brauchbar ;-). Egal ob es ein schnelles Putengulasch mit Ajvar ist, Nudelsalat mit Joghurt, eine Gemüsetortilla oder köstlicher Nachtisch – Nathalies 80 Rezepte im Buch sind einfach (!) gut. Jetzt hab ich nur das Problem: Was zuerst nachkochen?


Es ist angerichtet: Ein Interview mit Nathalie

Euch serviere ich derweil ein Interview mit Nathalie – ich habe mit ihr (online!) darüber gesprochen, wie es sich in Zeiten der Isolation und der Zurückhaltung gerade am besten kocht.
Mama und die Matschhose: Nathalie, dein Buch kommt zur rechten Zeit. Es gibt Tage in der Isolation, da habe ich total Lust zu kochen, am Wochenende gab es etwa Gänsebraten mit Klößen und Rotkohl, was wir sonst nur Weihnachten machen, und haben es genossen. Dann wieder, wenn mein Mann den ganzen Tag in der Arbeit ist und ich morgens, mittags, abends die Kinder – neben einem stressigen Homeoffice – betreue, ist die Luft raus, und ich hab überhaupt keine Lust zu kochen. Wie schaffe ich es, den Kindern das auf den Tisch zu stellen, was sie verdienen: Gutes, gesundes Essen? Wie kriege ich es hin, in diesen Zeiten vor lauter Hektik nicht auf Fertigpizza und Nudeln mit Parmesan umzusteigen?
Nathalie Klüver: Also erstmal: Nudeln mit Bolognese aus dem Glas sind in diesen verrückten Zeiten auch völlig ok! Aber irgendwann kann man das ja auch nicht mehr sehen… Man muss ja nicht aufwändig kochen, aber man kann das gemeinsame Abendessen in diesen Zeiten ja ein bisschen mehr zelebrieren, um auch das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Familie zu stärken. Und dann zwischendurch macht man dann was Schnelles wie Fertigpizza, die Abwechslung macht es!

Mama und die Matschhose: Es wäre jetzt auch gut, nicht wegen jedem Mist zum Einkaufen zu gehen. Gibt es auch Tipps, wie ich mit wenigen Zutaten doch ein gutes Essen auf den Tisch zaubere? Und damit meine ich keinen Toilettenpapier-Nudel-Auflauf…

 

Nathalie Klüver: Was immer gut geht und bei uns auch gut ankommt, ist eine Art Buddha Bowl mit allem, was der Vorratsschrank hergibt. Eine Dose Mais, Ananas, Kichererbsen, Gurken, Oliven, einfach alles in kleine Schüsseln geben und jeder kann sich nach seinem Geschmack bedienen. Dazu gibt es Reis und für die Kinder Ketchup. Für uns Große ein Dressing aus Essig und Öl oder aber Limettensaft und Sojasauce. Was halt da ist. Man kann auch einfach Wraps machen mit allem, was so da ist. Oder eine Wunschkonzertsuppe, die ich auch im Kochbuch vorstelle. Da kann sich jeder nach seinem Geschmack die Suppeneinlage selbst in die Brühe füllen.

Kuchen geht immer – besonders jetzt!

Mama und die Matschhose: Das sind ja tolle Ideen! Gut ist sicher auch, Kochen zum gemeinsamen Event zu machen, oder? Welche Gerichte würdest du zum gemeinsamen Kochen mit Kindern besonders vorschlagen?

Nathalie Klüver: Gerade in diesen Zeiten ist ein tägliches gemeinsames Kochen super! Das stärkt die Familienzusammengehörigkeit und Kinder essen tatsächlich mehr, wenn sie selbst mitgeholfen haben. Meine Jungs stehen ja auf Mohrrüben schälen! Die halten sich auch schön lange, sind also super für die Vorratshaltung. Da kann ich meine Lasagne empfehlen, die meine Kinder sehr mögen. Oder eine gemeinsame Pizza selbst belegen, da kann auch jeder mithelfen. Auch beim Nudelsalat kann jeder gut mithelfen, den kann man auch gut variieren. Ebenfalls super auch für die Resteverwertung ist das Ofengemüse, denn da kann man ganz leicht die Zutaten variieren. Ich bin ja auch ein großer Backfan und da helfen meine Kinder auch immer sehr gern. In diesen Zeiten kann man gar nicht genug Kuchen essen…

Support your local Thailänder!

Mama und die Matschhose: Kochst du eigentlich wirklich immer selbst, oder greifst du auch mal auf Lieferdienste zurück?
Nathalie Klüver: Ich koche echt gerne, aber manchmal fehlt mir die Lust und auch die Zeit. Manchmal sind die Kinder auch so anstrengend und lassen mir keine ruhige Minute zum Kochen. Natürlich lasse ich manchmal etwas liefern oder hole es ab. Und ganz ehrlich: An die Pizza vom Italiener kommt die selbstgemachte Pizza nicht ran, denn wir haben nun mal keinen Steinofen zuhause. Und auch Indisch schmeckt vom Inder immer besser als selbstgemacht und mein selbst gekochtes Green Curry schmeckt nie wie vom Thai, egal, wie viel ich rumprobiere. Und ich finde gerade jetzt, sollte man die lokalen Restaurants auch ein bisschen unterstützen und auf ihre Lieferangebote zurückgreifen! 
Vielen Dank, Nathalie, für das Interview. Inzwischen weiß ich auch, was heute Abend bei uns auf den Tisch kommt: Herzhafte Pfannkuchen mit Gemüsefüllung, nach dir. Vielen lieben Dank für die Inspiration. Ihr Lieben: Etwa auf Thalia (Werbelink!) und noch besser bei Eurem lokalen Buchhändler könnt Ihr Nathalies Buch kaufen.

Ihr Lieben, wie ist es bei Euch? Kocht Ihr grad aufwändiger oder weniger aufwändig als in normalen Zeiten?

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