Ehrenamtliches Engagement für die Tafel statt Klassenzimmer-Theaterstücke: Wie Theaterpädagoge Dirk Bayer die Corona-Zeit nutzt

Zwei oder drei Mal pro Tag führt Theater- und Sozialpädagoge Dirk Bayer unter anderem „Hau ab!“, sein preisgekröntes interaktives Theaterstück gegen Missbrauch, in Kindergärten und Schulen auf. In Zeiten der coronabedingten Schulschließungen fallen seine Veranstaltungen komplett weg, und somit auch seine Umsätze. Im Interview verrät er, wie er stattdessen die Tage verbringt.

Mama und die Matschhose: Dirk, gäbe es keine Corona-Krise, würdest du derzeit zwei oder drei Auftritte pro Tag in den Klassenzimmern der Republik haben und dein „Stück „Hau ab!“ gegen Missbrauch aufführen. Was machst du jetzt, in Zeiten der Schulschließungen, stattdessen?

Dirk: Ich biete Online-Beratung an, bilde mich weiter und bin ehrenamtlich tätig. So unterstütze ich etwa einen befreundeten Schäfer, seine Zäune umzustellen und ich arbeite, wenn ich gebraucht werde, ehrenamtlich für die Bamberger Tafel.


Lebensmittellieferungen an Familien

 

Mama und die Matschhose: Davon habe ich gelesen: Dass viele Tafeln aufgrund der Corona-Ansteckungsgefahr aktuell geschlossen sind – viele Bedürftige aber natürlich dennoch auf ihre Leistungen angewiesen sind. Was machst Du dort genau als Ehrenamtlicher?

Dirk: Ich werde bisher drei bis vier Mal pro Woche angerufen. Dann helfe ich etwa, einen LKW mit Lebensmittelspenden zu beladen – natürlich unter Einhaltung der Abstandsregelungen. Aktuell spenden etwa Bäckereien, Supermärkte, ein Gartenmarkt. Ich übernehme auch Lieferungen an Familien in Stadt und im Landkreis mit Nahrungsmitteln.


In jedem Fall: sinn-voll

 

Mama und die Matschhose: Macht dir die Arbeit Spaß?

Dirk: Es gibt mir tatsächlich viel, diese direkte Art zu arbeiten und zu helfen. In meinem eigentlichen Beruf muss ich oft Überzeugungsarbeit leisten, diskutieren, warum diese Präventionsarbeit so wichtig ist. Das jetzt ist eine direkte, helfende Arbeit. Ich muss es niemandem erklären. Was ich tue, kommt direkt an.

Mama und die Matschhose: Vergleich mal deine Arbeit jetzt und die sonst – beides ist sinn-voll. Könntest du dir vorstellen, auch dauerhaft den aktuellen Job bei der Tafel zu machen, wenn er auch dich ernähren würde?

Dirk: Ich habe derzeit tatsächlich ab und zu solche Gedanken. Allerdings – es ist noch nicht der Zeitpunkt, um mit Präventions- und Beziehungsarbeit in Kitas und Schulen aufzuhören, im Gegenteil: Sie wird nach meinem Gefühl immer wichtiger. Aber wer weiß, vielleicht kann ich beide Tätigkeiten ja verbinden?

Infos über Dirks „eigentliche“ Arbeit erhaltet Ihr hier: https://www.dirk-bayer.de/

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