„Wie Buddha im Gegenwind“ von Gabriela Urban: Wie es sich anfühlt, das eigene Buch in Händen zu halten…

Ich freu mich sehr darüber: Die reisewütige Bloggerin Gabriela Urban („Mami bloggt“) hat ein Buch geschrieben, was bedeutet, dass wir nicht mehr nur in vergleichsweise kurzen Blogartikeln ihre Reisen in die Ferne mitverfolgen können. Nein, wir können jetzt richtig tief in ihre Erzählungen eintauchen, mitfiebern, mitstaunen und mitlachen: Denn wer die 320 Seiten von Gabrielas Erstlingswerk „Wie Buddha im Gegenwind“ liest, fühlt sich so, als wäre er gemeinsam mit ihr und ihrem ständigen Reisebegleiter, ihrem kleinen Sohn, in 22 Ländern unterwegs, in Europa, Asien und Südamerika. Das verursacht akutes Fernweh – und doch bin ich nicht sicher, ob ich mich jemals trauen werde, wie sie einen Fuß in Länder wie Kolumbien oder auch „nur“ Malaysia zu setzen.

Gabriela macht sich, wie sie in „Wie Buddha im Gegenwind“ beschreibt, nicht einfach so auf den Weg. Sie hat nach der Elternzeit ihren Job verloren, was sie erst einmal verdauen muss. Dies lässt sich für sie am besten unterwegs bewerkstelligen, durch die vielen Reize, Inspirationen und Begegnungen in den wunder- und sonderbaren Ländern dieser Welt. Irgendwann zwischen Portugal und Kambodscha merkt sie dann, dass sie dem Job gar nicht mehr hinterhertrauert – sie hat wohl nicht nur eine Reise in diese vielen Länder gemacht, sondern auch zu sich selbst: Denn ihr Leben fühlt sich besser an, wenn sie ihre Leidenschaft, das Reisen, zum Beruf macht, vom Schreiben über ihre Erlebnisse lebt – und als wichtigen Schritt zu diesem Ziel ein Buch darüber schreibt. „Wie Buddha im Gegenwind“ liest sich herrlich spannend, wunderbar locker – ich konnte es nicht aus der Hand legen und hätte am liebsten gleich selbst die Koffer gepackt. Große Lese-Empfehlung!


Ich habe Gabriela vor einiger Zeit schon einmal über ihre vielen Reisen interviewt, das Gespräch könnt Ihr hier nachlesen. Und jetzt wollte ich sie nochmal sprechen, anlässlich der Bucherscheinung. Denn wie sich das so anfühlt, so eine tolle persönliche Geschichte gedruckt in Händen zu halten – das wollen wir alle wissen, oder?

Gabriela, herzlichen Glückwunsch zum eigenen Buch! Du bist sogar mit deinem Sohn auf dem Cover zu sehen! Was ist das für ein Gefühl?

Gabriela: Es ist ein irre tolles Gefühl. Zumal ich schon immer ein Buch schreiben wollte, aber in den letzten Jahren so gar nicht mehr daran geglaubt habe. Keine Zeit, nicht der richtige Moment und überhaupt den richtigen Verlag zu finden, der dann ausgerechnet mit mir zusammenarbeiten möchte … Ausreden über Ausreden. Aber oft lohnt es sich halt doch, an seinen Träumen festzuhalten und sie nicht aus den Augen zu verlieren.

Fiel es dir leicht, ein ganzes Buch zu schreiben, oder war es harte Arbeit? Wann hast du das alles aufgeschrieben – als du auf Reisen warst, oder wieder daheim?

Gabriela: Ein Buch zu schreiben, ist schon ziemlich harte Arbeit. Aber eigentlich fiel es mir auch nicht so schwer, wie ich zuvor selber gedacht hatte. Ich glaube, dass es daran lag, dass die Geschichte in mir schlummerte und unbedingt erzählt werden wollte. Geschrieben habe ich das Buch an meinem heimischen Schreibtisch. Wenn ich auf Reisen bin, versuche ich nach Möglichkeiten nicht zu schreiben, da ich auf ein Gleichgewicht zwischen Output und Input achte. Auf Reisen sauge ich so viele inspirierende Erlebnisse, Bilder und Begegnungen regelrecht wie ein Schwamm auf. Und nach meiner Reise fühle ich mich dann oft wie ein geschüttelte Wasserflasche mit sehr, sehr viel Kohlensäure, die bei der kleinsten Berührung gleich übersprudelt. Dann müssen die ganzen Geschichten und Informationen raus. Und wenn dann mein Kopf wieder leer ist, gehe ich erneut auf Reisen.

Du bist so viel gereist, nachdem dir dein Ex-Arbeitgeber einen Tritt verpasst hat – und hast dir durch das Reisen ein neues Leben aufgebaut: Du existierst als Selbstständige, indem du gegen Geld für Magazine über deine Reisen schreibst, und jetzt auch das Buch. Was wäre, wenn nun wieder ein tolles Jobangebot in Festanstellung käme – würdest du annehmen, oder geht das gar nicht mehr, nachdem du gelernt hast, die Freiheit als Freiberuflerin zu genießen?

Gabriela: Sag niemals nie! Aber jetzt gerade könnte ich mir überhaupt nicht vorstellen, einen festen Arbeitsplatz zu haben. Mit maximal 30 Tagen Urlaub im Jahr? Lieber nicht! Egal, wie schön und spannend der Job auch wäre. Denn zurzeit genieße ich extrem die Freiheit als Freiberufler. Und außerdem wollen mein Sohn und ich ja in den nächsten zwei Jahren noch so viel wie möglich reisen, bevor er nämlich danach zur Schule geht. Was anschließend kommt, kann ich gerade nicht beurteilen. Vielleicht habe ich in zwei Jahren sogar auch Bock auf eine feste Arbeit, vielleicht aber auch nicht …

Angenommen, dein Sohn bleibt so ein Traveller und wird als Jugendlicher anfangen, alleine zu reisen, so wie du jetzt. Hättest du Angst um ihn?

Gabriela: Auf jeden Fall! Und am liebsten würde ich es ihm verbieten wollen. Aber ich witzle bereits mit meinem Mann rum, dass ich dann ZUFÄLLIGERWEISE immer gleich die Hütte neben meinem Sohn buche. Aber mal im Ernst, klar wird es mir schwerfallen, weil ich mir unendlich Sorgen um ihn machen werde. Aber irgendwann kommt ja für alle Eltern der Zeitpunkt, die Kinder loszulassen und in die weite Welt ziehen zu lassen. Und wenn bei meinem Sohn irgendwann dieser Zeitpunkt kommen wird, dann hoffe ich, dass er mir immer ganz viele Fotos und Videos schickt.

Worüber würdest du gern als nächstes schreiben? Ach, eigentlich will ich dich fragen: Wohin geht die nächste Reise?

Gabriela: Ich würde gerne irgendwann ein Buch über mein Lieblingsland schreiben – und zwar Portugal. Vielleicht sogar einen Roman … Und als nächstes geht es im Mai nach Mazedonien und Albanien, im September nach Usbekistan und vielleicht auch Moskau – und im Winter dann wieder für ein paar Monate weg. Entweder nach Asien (dann auf jeden Fall endlich mal nach Indien) oder Südamerika, dann würden Bolivien und Paraguay auf meiner Liste stehen.

Danke für das Gespräch, Gabriela!

Falls Ihr mehr über diese spannende Frau und die Reisen mit ihrem kleinen Sohn erfahren wollt, dann kauft ihr Buch „Wie Buddha im Gegenwind“ und/oder verfolgt Ihren Blog „Mami bloggt“.  Das Buch ist im Conbook-Verlag erschienen und kostet 14,95 Euro. WERBUNG: Ihr könnt es zum Beispiel bei Amazon kaufen. Es lohnt sich!


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