Königliche Dreifachmama: Kate, ihr Style gleich nach der Geburt – und warum viele not amused darüber sind

Also, wer von Euch Lieben hat ein wunderschönes Foto von sich aus dem Kreißsaal, das Neugeborene im Arm? Ich jedenfalls nicht. Jedenfalls: kein wunderschönes Foto. Ich bin einfach nur glücklich, dass ich auf dem verwackelten Etwas, das mein Ehemann geknipst hat, an den entscheidenden Stellen angezogen bin – denn das war knapp. Auch meine Frisur sitzt auf dem Bild nicht prinzessinnenlike, sie lässt einen eher an den König der Löwen nach einer wilden Jagd durch den Dschungel denke. Meine beiden Säuglinge aber haben die Bildqualität jeweils herausgerissen: Sie sehen wahrhaft königlich aus!

Ricky Wilson, Catherine Elizabeth Middleton (colorized),  CC BY-SA 4.0

Beim ersten öffentlichen Bild der inzwischen um einen kleinen Mann erweiterten britischen Königsfamilie aber ist nicht nur Royalbaby Nummer drei, sondern auch die Mutter wie aus dem Ei gepellt – und das nur sieben Stunden nach der Geburt. Sicher hat die Herzogin von Cambridge zwar zwei der sieben Stunden in der Maske verbracht – dennoch, neidisch sind wir Lieschen-Müller-Mütter allemal wegen dieser atemberaubenden Erst-Fotos, die Kate im roten Kleid mit weißem Spitzenkragen und hautfarbenen Pumps und den kleinen Prinzen zeigen.

In vielen Ländern der Erde aber sind Frauen wie Männer not amused über diesen Auftritt der Royals – sie sind vielmehr entsetzt darüber, wie frau sich samt Baby, Kindern und Kerl gleich nach der Geburt öffentlich zeigen kann. Undenkbar ist so ein frühes Bild in der Öffentlichkeit etwa in China, wo frisch Entbundene wochenlang das Bett hüten, wo sie traditionellerweise strikte Regeln befolgen müssen und darauf bauen, dass die Zeit und viel Suppe die Wunden heilen. Auch in Lateinamerika wundert man sich über die aus dortiger Sicht freizügigen Bilder, dort heißt das Wochenbett auch „la cuarentena“, also Quarantäne. Der Körper der frisch gebackenen Mutter gilt dort als offen und verwundbar, in der Isolation soll er sich schließen. Im Islam werden Wöchnerinnen sogar als unrein eingestuft, sie dürfen den Koran weder anfassen noch lesen. Nicht einmal beten dürfen sie. Vor diesen kulturellen Hintergründen verwundert es nicht, dass die Bilder der quietschfidelen Königsfamilie so manchen irritieren.

Kate und die schnelle Geburt: Kein PR-Coup, aber very british

Dabei ist es in Europa durchaus normal, dass es Mütter nach einer unkomplizierten Geburt flugs nach draußen zieht – vor allem in England: Dort ermutigt das Klinikpersonal frisch Entbundene in der Regel bereits nach sechs Stunden, doch mal nach Hause zu gehen; Kate ist also gut dabei. Im Schnitt verbringen Britinnen 36 Stunden im Krankenhaus, gerechnet von der ersten Wehe bis zur Unterschrift auf den Entlasspapieren. In Deutschland sind wir durchschnittlich drei Tage in der Klinik, in Frankreich sogar 4,2 Tage. Dass es auch ganz ohne Onkel Doktor geht, zeigen vor allem die Holländerinnen: 20 bis 30 Prozent von ihnen bleiben gleich zu Hause, eine Hebamme steht ihnen bei. Wir sehen jedenfalls: Dass Herzogin Kate so schnell aus der Klinik eilte, war kein ausgeklügelter PR-Coup, sondern schlicht very british.

Königliche Extrawurst bei der Taufe 

Eine königliche Extrawurst dürfte es indes bei der Taufe des kleinen Prinzen geben, die, wenn es ähnlich wie bei seinen beiden Geschwistern laufen wird, erst in wenigen Monaten stattfinden dürfte. Gewöhnlich sieht die Kirche von England dabei nicht mehr als vier, meistens drei Paten für ihre Säuglinge vor. Ein Junge sollte zwei männliche und einen weiblichen haben, ein Mädchen zwei weibliche und einen männlichen. Das reicht den Royals aber in der Regel nicht, meist gibt es sechs godfathers, so der englische Begriff für „Pate“. Der ältere Bruder des Neugeborenen, Prinz George Alexander Louis, war sogar mit sieben Taufpaten gesegnet; neben zwei royalen godfathers standen auch bürgerliche Freunde der Eltern am Taufbecken. Schwester Charlotte hatte immerhin fünf Taufpaten. In Deutschland haben Babys üblicherweise ein bis zwei Paten; meist sind es Freunde oder Geschwister der Eltern. In Griechenland hat der Pate übrigens eine besondere Funktion bei der Taufe: Er verkündet den Namen des Kindes erst an diesem Tag. Bis dahin heißen griechische Kinder oft nur „Baby“, und theoretisch könnte der Pate den Eltern in den Rücken fallen und dem Täufling einen Namen geben, der nicht abgesprochen ist.

Wie wird er heißen?

Hoffentlich dürfen wir bald den Namen des britischen Prinzen erfahren. Manchmal lassen sich Königs auch viel Zeit damit, zu verraten, wie der  jüngste Spross der Familie heißt. Der Name von Baby George wurde beispielsweise zwei Tage nach der Geburt verkündet. Bei Papa William musste sich die Öffentlichkeit sogar eine Woche gedulden – und der Name von Prinz Charles wurde einen ganzen langen Monat geheimgehalten.

Wo wir von dem königlichen Großvater sprechen: Mir ist auf dem Erstlingsfoto der jungen Familie aufgefallen, dass Prinz William seinem Vater immer ähnlicher sieht, oder? Das liegt wohl am lichter werdenden Haar, vermute ich. Ich bin jedenfalls sicher, dass der britische Thronfolger ein Königreich für eine gute Frisur geben würde!

Übrigens: Nicht nur in Großbritannien steht die Welt Kopf, wenn Nachwuchs eintrifft: In allen Ländern der Erde ist das herausragend. Wenn Ihr mehr darüber erfahren wollt: Ich habe für mein Buch „Die Nabel der Welt“ (Achtung, Kauflink, also: Werbung!) massenweise skurrile und überraschende Babybräuche aus der ganzen Welt zusammengesammelt und in amüsanter Form zu Papier gebracht. Erschienen ist der Titel bei CONBOOK, ISBN: 978-3-943176-93-3.

6 Kommentare bei „Königliche Dreifachmama: Kate, ihr Style gleich nach der Geburt – und warum viele not amused darüber sind“

  1. Hey Nadine!
    Ich denke, die Royals dürfen das so machen, wie es dort üblich ist. Und es darf Ihnen egal sein, was in China oder woanders angesagt ist.
    Mir tat die arme Kate eher leid. Wahrscheinlich hätte sie sich auch lieber in ihr Bett verzogen, das neue Baby gekuschelt und etwas geschlafen. Stattdessen musste sie in die Maske…

    Es hat doch Vorteile, keine Duchess zu sein 😁😉

    Dein Buch hört sich interessant an! Wann machst Du das bloß alles? 🙈

    Liebe Grüße
    Dani

    1. Liebe Dani, da hast Du recht: Es kann ihnen tatsächlich egal sein, welche Traditionen andere Länder haben. Und klar hätte Kate bestimmt lieber ihr Baby nur für sich kennengelernt. Herrje. Ach, das Bücherschreiben mach ich immer vormittags, wenn die Kinder im Kindergarten sind und ich keine aktuellen Blogthemen habe :-). Das alles ist mein Hauptberuf, so nebenher abends etc. könnte ich auch nix mehr machen :-D. Liebe Grüße! Nadine

  2. Hallo Nadine,

    ich habe Kate auch keine Minute beneidet. Die ganze Welt lauert vor dem Krankenhaus, während Du in den Wehen liegst… grauenhaft. Dann die Gewissheit, dass dieses erste Foto um die Welt gehen wird… Noch nicht mal ich schaue mir das Foto von mir und meiner Tochter an – ich schaue einfach aus, wie vom LKW überfahren. Drei mal.

    Die ambulante Geburt ist ja nicht unüblich, aber niemals würde ich mich noch am gleichen Tag der Welt zeigen wollen.

    So toll und glamourös das Leben der Royals ist, tauschen wollte ich nicht.

    Liebste Grüße
    Alicja

    1. Liebe Alicja, ich auch nicht! Und es ging „bei uns“ auch nicht darum, dass wir wie aus dem Ei gepellt aussehen – es ging einfach darum, das Baby kennenzulernen und sich vom Stress zu erholen. Gut, keine weiteren Pflichten haben zu müssen…

  3. Naja. Auch wenn in GB die Mamis üblicherweise nach 6 Stunden bereits die Klinik wieder verlassen, wird keine so aus dem Ei gepellt daherkommen und dazu auch noch in Pumps passen, wie Catherine. Ich finde das als Signalwirkung mehr als übertrieben, Maskenbildner hin oder her. Die Königs aller Welt haben schon sehr viel Glück, dass ihre Frauen keine schwierigen Entbindungen mit stundenlangen Presswehen, Beckenendlage oder Kaiserschnitt hinlegen.
    Es gibt natürlich auch erste Fotos von mir, als meine Kinder auf die Welt gekommen sind. Aber ich sah damals aus, wie aus dem LKW gezerrt und zeige sie nicht mal im Familienkreis herum.
    Nur gut, dass mein Mann in der britischen Thronfolge sehr, sehr, sehr weit hinten ist.
    LG
    Sabienes

  4. Sehr interessant! Danke für die Einblicke! Ich finde trotzdem das Bild macht einen falschen Ei drück und setzt Junge Mütter unter Druck. Ich glaube ich hätte es mir verkniffen und einen Tag gewartet…

Schreibe einen Kommentar