„Baaaaa!“ – natürlich! Nachhaltige Brettspiele, frisch aus Frankreich

Natur pur: Das darf sich „Bioviva“ auf die Fahne schreiben, ein Spieleverlag aus Frankreich, der jetzt auch in Deutschland Fuß fasst. Der Verlag sitzt im schönen Montpellier und konzentriert sich bei der Entwicklung seiner Brettspiele für Kinder darauf, dem Spiele-Nachwuchs – und den Eltern – den nachhaltigen Umgang mit Umwelt nahe zu bringen.

Da ist es fast selbstverständlich, dass die Spiele mit viel Respekt vor der Natur hergestellt werden: Bei der Produktion eines „Bioviva“-Spiels werden deutlich weniger Treibhausgase, Wasser und Energie als bei der Herstellung vergleichbarer Spiele verbraucht. Doch nicht nur die Produktion, auch bei den Spielinhalten gilt Nachhaltigkeit als oberste Spielregel. Das gelingt glücklicherweise ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit viel Spaß, wie wir in unserem Spieletest herausgefunden haben. Hier zwei herrliche – und herrlich nachhaltige – Spieletipps aus dem französischen Umwelt-Verlag:

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„Baaaaa!“ ist ein Spiele-Titel, der natürlich international funktioniert. Das Spiel mit dem Untertitel „Rettet die Schafe“ ist meine persönliche Brettspielentdeckung des Monats. Schnell ist der Berg aufgebaut, auf dessen Gipfel wir eine Herde voller Schafe treiben wollen. Aktionskarten, die nach und nach ausgespielt werden, geben den mal schnellen, mal langsamen Weg der Schafe nach oben in die Schutzhütte vor. Das alles würde gut funktionieren, würde nicht der Wolf aktionherumstreunen auf der Suche nach leichter Beute. Der wartet nur darauf, ein Schäfchen zu schnappen, ebenfalls angeleitet durch Aktionskarten.

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Auch Blitze, Adler und ein Wolf im Schafspelz können gefährlich werden. Da kann nur der Schäfer helfen, die Flucht – oder vielleicht der volle Bauch des Wolfes, der dann einfach zu satt ist, um ein Schaf zu reißen. Das alles ist einfach nur spannend, obwohl die Materialien erstmal sehr schlicht wirken – aber letztlich doch eine zauberhafte Kulisse bilden. Wir fühlen uns tatsächlich ins Schäferleben ein, wir leiden mit, wenn ein Schaf gefasst wurde – und freuen uns, wenn es im satten Gras futtern darf. Die Wendungen sind oft unerwartet. Gewonnen und verloren wird gemeinsam: entweder schaffen es die hölzernen Schafe oder der Wolf. Alter: ab fünf Jahren. Unser Fazit: Mäh, wir mögen das sehr!

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Bei Playa Playa ist die Küste in Gefahr! Viele Abfälle lagern am Strand und können bei Flut ins Meer geholt werden. Klar, dass das Spieler-Team versucht, den Müll rechtzeitig aufzuräumen und die darunter versteckten Meerestiere zu befreien.

Um das längliche Spielfeld aus Strand und Meer aufzubauen, legen wir verschiedene Platten, die Meer beziehungsweise Strand symbolisieren, nebeneinander. Zwischen Meer und den Wassertieren, die unter dem Strandmüll versteckt sind, gibt es einige Sanddünen als Puffer. Vor dem Spielstart stellen wir auch gleich drei Abfalleimer auf: einen für Glasabfälle, einen für wiederverwertbaren Abfall außer Glas – und einen Restmülleimer.

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Jetzt wird reihum gewürfelt. Zeigt der spezielle Würfel ein Wassertier, deckt der, der gewürfelt hat, eine Abfallkarte auf, unter der er das Tier vermutet. Liegt er richtig, darf er den Müll in den entsprechenden Abfalleimer werfen. Liegt er falsch, bleibt der Müll liegen. Würfelt er das Symbol „Welle“, rückt das Meer näher.

Das Spiel endet, wenn der gesamte Abfall rechtzeitig vor der Flut eingesammelt wurde – dann playahaben alle gemeinsam gewonnen. Oder es endet, wenn die Flut vor der fertig gestellten Aufräum-Aktion kommt – dann haben alle verloren, das Meer ist verschmutzt. Das Spiel ist für Umweltschützer ab vier Jahren gedacht.

Unser Fazit: Ein schönes, kooperatives Spiel. Ein bisschen erinnert es an „Tempo, kleine Fische“ – auch wenn es hier um ein anderes, aber verwandtes Thema geht. Die Aussage ist natürlich pädagogisch gut: Sammelt euren Müll auf, schützt die Natur. All das in unaufdringlichem, dreidimensionalen Spielspaß. Gefällt uns auch.

Ihr könnt die Spiele bisher nur bei My toys bestellen; bald sind sie auch bei Amazon und anderen Händlern zu haben.

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