7 gute Vorsätze, die ich als Mama über Bord geworfen habe

Die Realität hat mich eingeholt. Als ich kinderlos war, hatte ich einige Prinzipien, denen ich als Mutter treu bleiben wollte. Heute sage ich dazu: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Denn: Ich habe diese Top 7 der guten Vorsätze aufgegeben, und fühle mich inzwischen ganz wohl damit.

  1. Ich fand es grauselig früher, wenn Eltern ihren Kindern im Gasthaus ein Tablet oder das Smartphone vorgesetzt haben, damit beim Essen Ruhe ist. Wenn die Kinder lange vor dem Fernseher abgesetzt werden, damit die Mamas noch telefonieren, duschen oder arbeiten können. Und jetzt? Habe ich selbst oft keinen anderen Babysitter als die Glotze zur Hand…
  2. Ein Kind, das im Ehebett schläft, womöglich noch als Spaltpilz zwischen den Eltern? Undenkbar. Also: Früher. Heute hört unser Ehebett auf den Namen Familienbett, und meistens schlafen wir zwar zu zweit darin ein, wachen aber immer zu viert auf, plus Riesen-Minnie-Maus und Gummi-Dino.
  3. Ich habe mal einen Zeitungsartikel darüber gelesen, dass Kinder nicht mehr „normal“ Spazierengehen können, weil sie immer nur auf ihren Rollern, Skateboards und auf weiß der Geier, was noch unterwegs sind – jedenfalls nie: einfach nur zu Fuß. So sollen meine Kinder nie werden, dachte ich mir. Hm, aber nun ja: Jetzt haben wir im Park immer Auszüge unseres Fuhrparks dabei, das Fernsteuer-Auto, den Tret-Traktor, das Laufrad, das Bobbycar. Ist halt doch der beste Weg, um Kinder nach draußen zu locken …
  4. Ja, ich wollte jeden Tag Wunderbares für die Kinder kochen. Heißt: Irgendwas Gesundes, das ich heimlich in eine selbstgemachte Sauce einarbeite, die natürlich allen toll schmeckt. Naja, und jetzt muss es oft total schnell gehen, weil die beiden ja soooo hungrig sind. Und außerdem sind sie, ich muss es zugeben, derzeit ziemliche Kostverächter. Also gebe ich zu (was mir grad sehr schwer fällt): Ja, es gibt auch mal Nudeln mit Ketchup. Die essen sie immer restlos auf… Was auch geht: Toast mit Ketchup. Aber ich hör besser auf…
  5. Total eklig: Flecken etwa im Gesicht eines Kindes mit der Spucke eines Erwachsenen zu entfernen. Ich weiß. Dennoch, manchmal gehen Essensreste echt schwer weg …
  6. Wie schlau und krass ich die Werbemaschinerie von McDonald’s finde: Kinder durch die Dreingabe eines Spielzeugs ins Lokal zu locken. Das Happy Meal wollen sie alle – selbst wenn ihnen zunächst weder Pommes noch Burger schmecken. Es geht ihnen um Hello-Kitty-Masken, Aufziehautos und viele andere Merchandising-Produkte. Nicht mit mir, dachte ich immer – bis ich gemerkt habe, wie praktisch und erholsam es ist, einfach im Fast-Food-Lokal zu essen und die Kinder noch eine halbe Stunde lang die Rutsche beackern zu lassen, während ich das freie WLAN nutzen kann…
  7. Ich wollte mich nie nur der Kinder willen mit anderen anfreunden. Doch: Wenn sich die Kinder mit anderen Kindern verstehen, dann haben es die Erwachsenen herrlich entspannt. Und das verbindet ungemein …

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3 Kommentare bei „7 gute Vorsätze, die ich als Mama über Bord geworfen habe“

  1. Ach, du sprichst mir so aus der Seele! Danke dafür. Vor allem Toast mit Ketchup finde ich ´ne klasse Idee (oh je, jetzt ich muss anonym bleiben – oder ne, ich nehm´einfach Bio-Ketchup!). Meine Nachbarin hat sich neulich beschwert, dass alle an ihrem Esstisch einfach wortlos aufstehen und gehen. Dabei tun sie das erst NACH dem Essen – worüber beschwert sich die Glückliche also?
    Zu Fuß gehen ist ja so herrlich – nur kommt man mit Kindern so nicht vom Fleck.
    Ob ich nachher mal extra TV erlaube, um meinen nächsten Blog-Beitrag endlich fertig schreiben zu können??!!
    LG von Nadine

  2. Hihi. Ja. Vor allem das gute Essen.

  3. […] Jeder von uns hatte so seine Vorstellungen, wie es mit Kind einmal sein würde. Man macht sich so seine Gedanken und fasst Vorsätze. Wenn dann die Kinder und der Alltag erst einmal da sind, schmeißt man viele seiner gut gemeinten Vorsätze oft wieder über Bord oder macht Ausnahmen. Ich bin da keine Ausnahme. Nadine hat auf ihrem Blog Mama und die Matschhose einmal aufgelistet, welche Vorsätze sie mit den Jahren über Bord geworfen hat. […]

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