Urlaub in Holland: Radfahren mit Kindern im Nationalpark De Hoge Veluwe

Ein Nationalpark, in dem insgesamt 1800 Fahrräder kostenlos geliehen werden können, damit wirklich jeder Besucher die verwunschene Landschaft aus Wäldern, Mooren, Heide und Sanddünen erkunden kann; die zweitgrößte Van-Gogh-Ausstellung der Welt mitten im Park; ein herrlicher Kletter-Spielplatz am Besucherzentrum: Klar hielt ich es für eine gute Idee, mit der ganzen Familie während unseres Holland-Urlaubs in der grenznahen Region Gelderland („Das andere Holland“) den Nationalpark De Hoge Veluwe zu erkunden, und zwar per Drahtesel.

Weil die Kinder und der Mann seeeehr unsicher waren, ob Fahrradfahren so eine gute Idee ist, versprach ich ihnen eine gut gelaunte Mama und Ehefrau, Kuchen beim Besucherzentrum inmitten des Parks und eine Sandburg in den Dünen, die hoffentlich wirklich so groß waren, wie man es im nordischen Holland eigentlich nicht erwarten durfte. Ob ich meine Versprechen halten konnte?

De Hoge Veluwe: Kostenlose Leih-Fahrräder für alle!

Eins vorneweg: De Hoge Veluwe ist ein 5400 Hektar großer Naturpark und gehört zum weitläufigen Waldgebiet Veluwe in der holländischen Provinz Gelderland. Er liegt im Nordwesten von Arnheim, zwischen Ede und Apeldoorn, und ist über drei Eingänge zu erreichen. Wir wählten den Eingang am Dorf Hoenderloo, zahlten 3,30 Euro fürs Parken und 9,30 Euro Eintritt pro Erwachsenem. Unsere Kinder (drei & fünf Jahre) durften kostenlos in den Park. Was nun ziemlich toll war und das Eintrittsgeld voll und ganz rechtfertigte: Gleich hinter dem Eingang fanden wir zahllose weiße Leih-Fahrräder vor, die meisten davon mit Kindersitz ausgestattet. Wir Parkbesucher durften uns einfach ein für uns passendes Fahrrad schnappen und lostreten. Hier sind Räder in allen Größen, und sogar Rollstuhlfahrräder gibt es – hier soll möglichst jedem die Natur erfahrbar gemacht werden; buchstäblich.

Die Räder hatten weder Gangschaltung noch Klingel oder anderen Schnickschnack – doch wir konnten darauf ruhig und gemächlich durch die Landschaft schaukeln. Zuerst ging es für uns durch herrliche Baum-Alleen durch ein Waldgebiet, bis wir nach wenigen Kilometern das Besucherzentrum erreichten. Und wirklich, der Kinderspielplatz hier war herrlich: Es gab viel zu beklettern und entdecken! Und – puuuh: Eins meiner Versprechen konnte ich hier einlösen, es gab Beeren- und Apfelkuchen für alle, und geschmeckt hat er köstlich.

De Hoge Veluwe: Zwischen Van Gogh und Sanddünen

Aber weiter! Schon wenige Rad-Minuten später fuhren wir am weltberühmten Kröller-Müller-Museum vorbei, das komplett einsam mitten im Nationalpark liegt, umgeben allein von der schönen Natur. Kaum zu glauben, aber es beherbergt die zweitgrößte Van-Gogh-Ausstellung der Welt. Benannt ist das Museum nach dem Ehepaar, das den Park gegründet und die Ausstellung gestiftet hat. Zu gerne wäre ich auch durchs Museum getigert, aber ich wollte die Geduld meiner Mitreisenden nicht überstrapazieren 😊.

Also weiter. Wir radelten nun vorbei an blühenden Heidelandschaften – und weil sie so schön lila blühten, gefielen sie auch unseren Kindern.

Wenig später war es so weit, ich konnte Versprechen Nummer zwei einlösen: Wir erreichten die Dünenlandschaft „De Pollen“, einen Landstrich voller Flugsand. Wohlgemerkt voll mit beeindruckend viel Flugsand – so viel, dass wir uns plötzlich nicht mehr wie in Holland fühlten, sondern wie in der Wüste eines fernen Landes. Weil es am Morgen dieses Tages etwas geregnet hatte, war der Sand ein bisschen feucht – und eignete sich somit hervorragend zum Sandburgenbauen. Ha!

Nach einer ausgiebigen Pause in dieser herrlich ungewöhnlichen Landschaft radelten wir wieder zurück zum Ausgangspunkt, vorbei an der blühenden Heide und durch verwunschene Wälder.

Wie wir den Ausflug fanden? Herrlich natürlich! Wir waren alle euphorisch und verzückt (womit das dritte Versprechen natürlich auch eingelöst war).

Ihr wollt weitere Reisetipps aus Holland haben? Kein Problem:

  • Gelderland ist auch im Winter eine Reise wert, vor allem am Sinterklaas-Wochenende. Wir haben den ehrwürdigen Herrn im Dezember aufgesucht, in unserem Bericht könnt Ihr lesen, warum sich das lohnt.
  • Etwas südlicher, aber ebenfalls in der Nähe der Grenze zu Deutschland liegt der Freizeitpark Efteling – bei Kaatsheuvel zwischen Waalwijk und Tilburg. Es ist der viertgrößte Freizeitpark Europas und so viel märchenhafter als viele andere Vergnügungsparks. Lest gerne unseren Bericht über unsere Vergnügungen der Superlative.

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