„Spinderella“: Das „Kinderspiel des Jahres 2015“ im Test

Als ich das dreidimensionale Brettspiel „Spinderella“ mit seinen fetten Spinnen und fleißigen Ameisen erstmals gesehen habe, auf der Spielwarenmesse in Nürnberg, war ich gleich fasziniert: Der Spieleaufbau mit sich abseilenden Insekten war etwas wirklich Neuartiges, ich habe ihn nicht mehr aus dem Kopf bekommen. Ich war im Netz von „Spinderella“ gefangen.

Endlich haben wir das Spiel zu Hause, das mit der Auszeichnung „Kinderspiel des Jahres 2015“ dekoriert ist – und wir haben es einem Spieletest unterzogen.

Der Aufbau

Das wunderschöne Spiel-Material bleibt faszinierend für mich. „Spinderella“ findet auf zwei Ebenen statt, der Spielplan ist einer Wald-Kulisse nachempfunden. Vor jedem Spiel wird neu aufgebaut: Der Waldboden, auf dem die Ameisen unterwegs sind, liegt in der Spieleschachtel. In die Ecken werden vier Baumstämme gesteckt, die ein Blätterdach halten, auf dem zwei Spinnen leben, das Brüderpaar Roberto und Klaus. Über eine raffinierte Konstruktion aus Magneten und Fäden seilen die beiden ihre Schwester „Spinderella“ ab, die nun bedrohlich über den Ameisen schwebt.

So geht’s

Jeder der zwei bis vier Spieler ab sechs Jahren hat ein Team aus drei Ameisen am Start. Per Würfel klären sie, wie schnell sich die Krabbler ihrem Ziel auf der gegenüberliegenden Waldseite nähern. Klingt einfach, ist aber tricky, denn Mutter Natur hat ein paar Schikanen für die Ameisen parat: Die Spinnenbrüder – deren Marschroute ebenfalls per Würfelwurf entschieden wird – setzen „Spinderella“ immer wieder auf die Ameisen an. Hin und wieder schafft sie es, sich so weit herunterzuhangeln, dass sie eine Ameise schnappt und sie zurück an den Start bringt. Faszinierend, dass diese Konstruktion ohne Batterien funktioniert!

Auch ein ausgehöhltes Rindenstück ist im Spiel, das den Ameisen einerseits als Schutz vor der Spinne dient – sie andererseits daran hindert, weiter zu laufen. Irgendwann aber wird es einen Sieger geben: Wer zuerst alle drei Ameisen seines Teams am Ziel hat, hat gewonnen.

Fazit

Der Spielverlauf von „Spinderella“ erinnert mich an „Mensch, ärgere dich nicht“ – auch wenn es eine sehr faszinierende Neufassung des Klassikers darstellt. Klar steigt die Spannung, wenn die Spinne die Ameise schnappt – wie bei „Mensch, ärgere dich nicht“, wenn eine Figur aus dem Spiel gekegelt wird. Das Spiel bekommt dann eine andere Richtung. Dennoch hätte ich mir angesichts der aufwändigen Wald-Umgebung von „Spinderella“ einen raffinierteren Spielverlauf erwartet, manchmal herrscht kein Tempo auf der Ameisenstraße. Darüber tröstet mich aber immer wieder die herrliche Spiel-Kulisse hinweg – und meine Tochter spielt es immer wieder gern. Das ist die Hauptsache. Eine Spinnenphobie, das ist deutlich, hat sie in ihrem jungen Leben jedenfalls noch nicht entwickelt.

Hier könnt Ihr „Spinderella“ kaufen. Und auf der Plattform Toyfan.club gibt es weitere Spielzeug-Empfehlungen und -Tests von mir und anderen Bloggern.

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