Tief(schnee) beeindruckt am Ochsenkopf: Familienfreundlich Skifahren im Fichtelgebirge

Da musste ich kurz lachen: Mein Mann hatte ein Selfie von sich mit Skihelm gepostet und dazu „Ochsenkopf“ geschrieben. Ich hoffe, das hat niemand missverstanden. Er hatte doch nur den Ort genannt, wo wir waren: Der mit 1024 Metern zweithöchste Berg Frankens bekam seinen Namen vor vielen hundert Jahren wegen eines in Stein geschlagenen Ochsenkopfs.
Den Tierkopf findet man heute noch unweit des Gipfels, und wer mit einer der beiden Seilbahnen hinauffährt, kann zumindest den zugehörigen Felsen erkennen. Wer dazu das eingemeißelte Wahrzeichen sehen will, muss näher hinwandern. Wir verbringen in der Ochsenkopf-Region ein Wochenende und sind tief(schnee) beeindruckt, dass wir uns hier nach allen Regeln der Kunst in Sachen Wintersport austoben können. Überhaupt sind wir überrascht, dass es hier so viel Schnee gibt, denn auf der Fahrt sahen wir links und rechts der Autobahn nur grüne Wiesen. Erst kurz vor unserem Ziel wurde alles weiß und herrlich – wir erreichten ein kleines Winterwunderland, das ich wintersportbegeisterten Franken, Thüringern und allen, die sich gerne auf familienfreundlichen Skipisten tummeln, wärmstens empfehlen kann.

Skifahren am Ochsenkopf: Familienfreundliche Pisten, tolle Skikurse

Auch für Skifahr-Neulinge ist die Gegend bestens geeignet. Am Ochsenkopf gibt es zwei Skischulen – die Skischule Nordbayern am Fuße der Nordabfahrt und die Skischule Hottenroth bei der Südabfahrt. Weil wir im Familienhotel Krug schlafen, das nur wenige Minuten vom Sessellift zur Südabfahrt entfernt ist, sind die Hottenroths unsere Ansprechpartner: Denn Valentin will mit seinen 3 Jahren erstmals auf Skiern stehen, Antonia mit 6 bereits zum dritten Mal – und Papa Harry will seine in die Jahre gekommenen Kenntnisse auffrischen. Wir leihen die Ausrüstung für alle aus – und dann kommt jedes meiner Familienmitglieder in einen Kurs, der zu seinen Fähigkeiten passt. Valentin lernt also erst mal, überhaupt auf Skiern zu stehen, Antonia fährt mit den ambitionierten Anfängern sogar rückwärts und im Slalom – und Harry lässt sich vom 74-jährigen Skilehrer Toni, einer echt coolen Socke, alles beibringen, was er dachte vergessen zu haben. Wunderbar! Ich vergnüge mich derweil auf der Abfahrt Ochsenkopf-Nord, die immerhin 2,3  Kilometer misst, was ich im Mittelgebirge ordentlich finde.

Rudel und Rodel: Vom Wildpark Waldhaus zur Bleaml Alm

Nach dem Sport besuchen wir zur Abwechslung nachmittags den Wildpark Waldhaus in Mehlmeisel. Hier ist um 14 Uhr Wildtierfütterung mit sachkundiger Erklärung angesagt, und wir freuen uns tatsächlich sehr, Luchse, Wildschweine, Füchse und Dachse aus der Nähe sehen zu können. Wir beobachten von hochgelegten Stegen aus, wie sie ihre Beute schnappen.
Am späten Nachmittag zieht es uns doch wieder zum Skigebiet: dieses Mal zur Bleaml Alm am Fuße des Ochsenkopfs, dem schneesichersten Gebiet der Region. Hier ist ein kleiner Schlepplift – aber wir wollen jetzt lieber rodeln. Ein schönes Après-Ski-Hüttchen gibt es hier auch, aber wir wollen dennoch wieder lieber in unser schönes Familotel Krug (über das ich noch gesondert schreiben werde).
Am Sonntag fühlt sich meine Familie bereits so fit auf Skiern, dass sie auch ohne Skilehrer unterwegs sein will. Wir entscheiden uns für einen kleinen Anfängerhügel am Fleckl-Lift, kaufen für kleines Geld eine Zehnerkarte und huuiiii! Ab geht’s! Auch die Kinder schaffen es, mit dem Schlepplift zu fahren – wir kommen alle heile runter und haben viel Spaß.

Der Ochsenkopf – ein Paradies für Langläufer

Es gäbe noch so viel mehr zu erleben. Langläufer lieben etwa die zahllosen Loipen in der Gegend – insgesamt 100 Loipenkilometer gibt es am Ochsenkopf, zwischen 600 und 1024 Metern Höhe, darunter etwa die abends beleuchtete Loipe an der Bleaml-Alm, die fast 15 Kilometer lange untere Ring-Loipe beim Ochsenkopf, oder die Gipfelloipe. Jeder Kilometer des Loipennetzes ist ausgeschildert. Dazu gibt es detaillierte Loipenkarten. Wer schon mal oben ist, könnte auch einen Abstecher zum höchsten Lokal Frankens auf dem Gipfel machen und im Asenturm einkehren.
Auch Schneeschuhrouten gibt es. Wer jedoch mehr Action braucht, kann im Alpine Coaster den Ochsenkopf runterflitzen, das ganze Jahr hindurch (es sei denn, er ist eingeschneit). Auch ein Ausflug auf eine der drei Skisprungschanzen dürfte für Wegemutige lohnend sein.

Schneemannfest: Der weiße Riese von Bischofsgrün

Und noch einen Tipp habe ich: Jedes Jahr wird in Bischofsgrün am Freitag vor dem Faschingswochenende ein riesiger Schneemann aufgebaut, in diesem Jahr soll er rund 13 Meter hoch werden. Im vergangenen Jahr habe ich den Giganten selbst gesehen und war beeindruckt, wie riesig er ist! Am Rosenmontag steigt schließlich ein großes Schneemannfest in Bischofsgrün, bei dem Tausende von Besuchern dem weißen Riesen huldigen.
Ach ja, ich hätte übrigens gar nicht so staunen müssen über die Schneemengen in der Ochsenkopf-Region: denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Pisten fürs Skifahren taugen, sind hoch. Bis zu 100 Skitage gibt es hier pro Jahr, wie mir Andreas Munder, Geschäftsführer der Tourismus & Marketing GmbH Ochsenkopf, erzählt. Einen Hinweis darauf findet sich übrigens nicht nur im Wetterbericht, sondern auch am Nürnberger Hauptbahnhof: Dort wird die sogenannte Ochsenkopf-Winterflagge gehisst, sobald der Berg beschneit ist. Das ist seit 1908 so: Damals wurde die Flagge aufgehängt, damit die Skifahrer wissen, ob sich die Fahrt im Skizug ins Fichtelgebirge lohnt. Die Flagge hat die Zeit überdauert, den Skizug gibt es jedoch leider nicht mehr – auch wenn es immer wieder Initiativen gibt, eine Direktverbindung von Nürnberg zum Ochsenkopf zu schaffen. Wir fänden eine solche jedenfalls super – und würden gerne in Bamberg zu- und wieder aussteigen. Ade, Ochsenkopf, wir sehen uns bald wieder!
PS: Weitere Infos über die zahllosen Möglichkeiten am Ochsenkopf erhaltet Ihr immer aktuell auf der Seite „Erlebnis Ochsenkopf“.

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