Auf Du und Du mit dem Familotel Ebbinghof

„Willst du noch ins Zimmer, oder geht ihr gleich zum Abendessen?“ – „Du“, sagt die herzliche Kathrin gleich zur Begrüßung an der Rezeption des Familienhotels Ebbinghof zu mir. Das irritiert mich ein bisschen: Zuletzt wurde ich von der Stimme in der IKEA-Werbung ungefragt geduzt, oder den Kindergartenfreunden unserer Tochter. Doch das Duzen ist hier Programm: Wie zu Hause sollen wir uns fühlen, hier, im hügeligen Sauerland im Ort Schmallenberg mit nur 29 Einwohnern, und wer siezt sich denn schon da, wo er sich wohlfühlt und später, beim Lesen auf dem Sofa, auch die Beine hochlegt?

Bereits beim Abendessen bin ich schon entspannt, als die Kellnerin fragt: „Und, wie hat es dir geschmeckt?“ Aufmerksam ist das, willkommen fühle ich mich mit dem Du. Und das Essen vom Büffet? „Das war köstlich, danke dir!“

Die Kinder sind auch gleich auf Du und Du mit anderen kleinen Hotelgästen, gleich haben sie Freundschaften geschlossen und sind im hellen Spieleraum beschäftigt, der durch eine Glaswand vom Restaurant abgetrennt ist. Praktisch ist das: Wir haben die beiden im Blick – und sie können schnell zwischen dem Abendbrottisch und ihren gesellschaftlichen Verpflichtungen hin- und herwechseln.

Der Ebbinghof ist ein vergleichsweise kleines Familienhotel, maximal 33 Familien kommen hier zeitgleich unter. Entstanden ist das Hotel, das zur Marketing-Gemeinschaft Familotel gehört, aus einem Bauernhof; in siebter Generation ist es immer noch ein Familienbetrieb, der natürlich einige weitere Mitarbeiter beschäftigt.

Familotel Ebbinghof im Sauerland: Familiär und „Happy“

Wir waren im September dort, mit nur wenig anderen Familien. Das habe ich sehr genossen: Jeder wusste gleich, welche Kinder zu wem gehören, jeder hat geschaut, dass es allen gut geht – egal ob es das Personal war oder die anderen Gäste. Hier wird jeder gesehen, es ist kein Massenbetrieb, sondern ein familiäres Miteinander. Bei all dieser Kleinheit steht der Ebbinghof in Sachen Komfort und Angebot größeren Hotels jedoch in nichts nach: Es gibt ein Panorama-Hallenbad mit Planschbecken, einen Spa-Bereich (der etwas klein geraten ist, zugegeben: Aber wir mussten ihn auch mit niemandem teilen, als wir dort waren), eine eigene Reitschule mit Reithalle, einen Happy-Club und eine Babylounge mit Kinderbetreuung von 8 bis 20 Uhr. Dazu gibt es Elternkurse, ein Animationsprogramm in der Regel auch nach dem Abendessen – und, und, und…

Von unserem modernen, großzügigen Zwei-Raum-Appartment mit seinen hellen, komfortablen Möbeln aus blicken wir auf die hügelige Landschaft, auf eine Kapelle und Pferdekoppeln. Es ist geräumig und luftig.

Am nächsten Morgen frühstücken wir einen Clown. Also, tatsächlich: Happy, das Maskottchen der Familotel-Gruppe, ist da und schüttelt die Hände der kleinen Gäste. Ein Schmetterling begegnet uns auf dem Frühstücksei: das ist da nämlich draufgezeichnet, und die Brötchen kommen in Herzform daher.

So gestärkt sind die Kinder fit für die Kinderbetreuung: Mit Bauer Johannes fahren sie auf dem Traktor zum Pferdestall, wo sie gleich ein paar Runden auf Ponys reiten dürfen.

Wir Eltern gehen derweil zum Yogakurs im hoteleigenen Turnraum. Eineinhalb Stunden dehnen wir uns, atmen, meditieren, stärken unseren Rücken und unseren Geist. Ich bin glücklich, denn im Alltag habe ich keine Zeit für eine Runde Entspannungssport (und wenn ich mal Zeit für Sport nehme, mache ich eher etwas, das mich richtig zum Schwitzen bringt. Dennoch, Yoga fehlt mir sehr, was ich hier wieder gemerkt habe!)

Weil die Kinder gerne weiter im Happy-Club bleiben, gehen wir in den Spa-Bereich, den wir ganz für uns allein haben: Sauna, Infrarotkabine, Lesen steht auf unserem Programm, das kein Programm ist – und das ist herrlich so.

Rundum-Sorglos-Paket im Ebbinghof

Fast vergessen wir das Mittagessen, was nicht weiter schlimm gewesen wäre: denn im Rundum-sorglos-Paket ist von Frühstück über Mittagessen über Kaffee und Kuchen hin zum Abendessen alles enthalten, wir wären also nicht verhungert 😊. Sogar alkoholische Getränke sind übrigens im Inklusivpreis des Ebbinghof eingeschlossen.

Am Nachmittag entdecken wir weitere Einrichtungen des Hotels: ein Labyrinth, eine Kart-Bahn, viele Spielplätze und Tiere … Ehrlich, ich schwöre: Normalerweise erkunden wir im Urlaub immer die Umgebung, in der wir uns befinden, und da hat auch das Hochsauerland einiges zu bieten: kindgerechte Wanderwege, die direkt am Hotel starten, Sommerrodelbahn, Skilifte im Winter, Wildparks… Aber da das Wetter nicht wirklich mitspielt und wir im Hotel die pure Entspannung genießen, beschließen wir, einfach hier zu bleiben.

Da haben wir aber nicht die Rechnung mit Bauer Johannes gemacht, der übrigens der Vater der Hotel-Inhaberin ist: Nach dem Abendessen lädt er uns zur Nachtwanderung ein, es geht durch den ans Hotelgelände angrenzenden Zauberwald. Mit Taschenlampen also wandern alle Familien durch den Wald, der voll ist mit lustigen Skulpturen, die wir nach und nach entdecken. Johannes erzählt dabei Geschichten, die alle in den Bann ziehen, von der Gegend, dem Ort Schmallenberg, der seine eigene, unabhängige Strom- und Wärmeversorgung hat und CO2-neutral wirtschaftet. Aufregend ist das – nicht nur für die Kinder. Zum Schluss entdecken wir einen echten Feuersalamander, was unseren nächtlichen Ausflug perfekt macht.

Leider: Zurück zum Sie

Zum Abschluss unseres 3-tägigen Aufenthalts rutscht es mir raus. „Ich danke Ihnen“, sage ich zu Denise von der Rezeption, und merke nun selbst, wie deplatziert das förmliche Sie in diesem persönlichen Haus ist. Es hilft aber alles nichts, wir müssen zurück in den Alltag voller Sies und Förmlichkeiten. Dennoch, es war so schön bei Euch, liebe Ebbinghofer! Vielen Dank!

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