Kinderbuchtipps: Wo Conni und Kokosnuss Urlaub machen

Unsere Kinderbuchhelden begleiten uns durch den Alltag: Mit Conni machen wir das Seepferdchen oder wir lernen Fahrradfahren, mit Petzi essen wir Pfannkuchen, mit dem Drachen Kokosnuss kommen wir in die Schule. Und jetzt, in den Sommerferien? Da fahren wir freilich mit unseren Literaturhelden in den Urlaub. Ich verrate Euch heute, wo sie die Ferienzeit verbringen, damit Ihr wisst, wohin die Reise geht, wenn Ihr Euch die Kinderbücher zum Schmökern und Vorlesen besorgt:

Wenn Haustiere Urlaub machen …

„Abenteuer im Meerschweinchenhotel“

Was passiert eigentlich mit Haustieren in einer Tierpension, wenn die Besitzer in den Urlaub fahren? Diese Frage beantwortet Autorin Anna Lott im bezaubernden Kinderbuch „Moppi & Möhre – Abenteuer im Meerschweinchenhotel“. Moppi und Möhre müssen ins Meerschweinchenhotel, als ihre Familie verreist. Schnell sind sie davon begeistert: Es gibt Gurken-Eis und Löwenzahn-Milch, ein Knabberbüffet, einen Pool und irgendwie alles, was Meerschweinchenherzen begehren. Auch ulkige Urlaubsbekanntschaften schließen die beiden, etwa mit Elvis, dem schwarzen Meerscheinchen, das gerne laut und schräg singt. Ein Abenteuer erleben die urlaubenden Meerschweinchen auch. Wir finden „Moppi & Möhre“ ganz wunderbar – es ist eine drollige Idee, mal zu schauen, wie Haustiere ihre Ferien verbringen können. Ich würde das Buch für Kinder ab fünf oder sechs Jahren empfehlen.
Moppi & Möhre – Abenteuer im Meerschweinchenhotel“ von Anna Lott, Carlsen Verlag, 10,99 Euro

„Conni geht auf Reisen“

Conni, die Kinderbuch-Heldin mit der roten Schleife im Haar, ist so schön normal – dafür lieben wir sie. Wir erleben dieselben Dinge wie sie. Der Kindergarten ist so ähnlich wie der von Conni, die Kinder lernen zeitgleich mit ihr Fahrradfahren und gehen auch mal reiten. Die Identifikation mit dem irgendwo sehr gewöhnlichen Mädchen funktioniert – und daher interessiert uns jetzt, in der kindergartenfreien Zeit, natürlich: Wohin reist Conni eigentlich? Und: Wie sieht ihr Bett im Urlaub aus? Das war die Frage, die meine Tochter interessiert hat, als Connis Familie in „Conni geht auf Reisen“ das Ferienhaus an der Nordsee betreten hat. Zum Glück beantworten die Autoren die Frage, wenn auch erst ganz hinten im Buch. In der Zwischenzeit besteigt Conni einen Leuchtturm, sie lernt ein Seehundbaby kennen und findet eine Freundin, genau wie unsere Tochter auch eine gefunden hat, in unserem Südafrika-Urlaub im Februar. (Ja, unser Urlaub war vielleicht spektakulärer als der von Conni. Aber einen Seehund haben wir auch gesehen – das war eine Wiedersehensfreude, als wir auch im Conni-Buch einen entdeckt haben.) Also, wir mögen Conni, die geht immer, und eben auch jetzt, in der Ferienzeit.
Conni geht auf Reisen“ von Liane Schneider und Eva Wenzel-Bürger aus der Reihe Lesemaus von Carlsen, 3,99 Euro.

„Was ist Was“-Junior Weltatlas

Im neuen „Was ist Was“-Junior Weltatlas gibt es neue Länder zu entdecken – wenn auch nur mit dem Finger auf der Landkarte: Kinder ab vier Jahren entdecken damit die Welt. Zu jedem Kontinent gibt es einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten Länder- oder/und Klimainformationen. Sehenswürdigkeiten lernen wir anhand von kleinen Bildern und Klappen kennen – so intensiv, dass meine Tochter angesichts des Strommastens im Salzburger Land sagte: „Mama, schau mal, ein Eiffelturm!“ 😉. Sonderseiten des Weltatlas informieren zudem über Lebensräume, wir lernen, was eine Wüste ausmacht, wo sich die gemäßigte Zone befindet oder wie es am Meer und im Regenwald aussieht. Die Tochter findet auch die Orte, an denen wir Urlaub gemacht haben: Südafrika, Griechenland, Holland. Ihr kleiner Bruder sucht den Flamingo, der sich auf jeder Seite versteckt hat – und nutzt das Buch eher wie ein Wimmelbuch. Es gefällt jedem, und sogar die Mama lernt beim Vorlesen und Blättern manches Neue, zum Beispiel die exakte Lage Costa Ricas – das hätte ich peinlicherweise woanders verortet. Dass wir lernen, merken wir aber gar nicht so richtig, weil das liebevoll aufgemachte Buch mit all seinen Entdeckerklappen vor allem Spaß macht. So, und als nächstes reisen wir nach Holland.  Wo das auf der Landkarte liegt, das weiß jetzt sogar der 3-Jährige.
Was ist Was“-Junior Weltatlas, 4-7 Jahre, Tessloff Verlag, 16,95 Euro.

Das Reiseziel: 100 Pfannkuchen!

„Petzi reist um die Erde“

Ach, Petzi. Den mochte ich schon als Kind. Vermutlich, weil ich mich immer damit identifizieren konnte, dass man ständig Hunger auf Pfannkuchen in rauen Mengen hat. Im Abenteuer „Petzi reist um die Erde“ wettet er gleich um 100 Stück Pfannkuchen, dass er und seine Freunde es schaffen, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. Doch welches Fahrzeug brauchen sie dafür? Erstmal dient ein Zug, dann ein Luftschiff und irgendwann sogar ein Elefant als Taxi. Turbulent ist die Reise auf den immer ungewöhnlicher werdenden Fahrzeugen allerweil – und in jedem Fall ein lustiger Pixi-Buch-Spaß für alle, die witzige Kindergeschichten und Eierspeisen lieben.
„Petzi reist um die Erde“ von Carla und Vilhelm Hansen, Carlsen Verlag, Pixi Maxi, 1,99 Euro.

„Der kleine Drache Kokosnuss bei den wilden Tieren“

In Afrika ist alles „botzi botzi Butterbrot“ – das bedeutet: Alles Banane! Das schreibt Matilda dem Feuerdrachen Kokosnuss und dem Fressdrachen Oskar aus dem Schüleraustausch, der sie nach Afrika geführt hat. Und sie schreibt, sie wolle vor ihrer Heimkehr noch alle großen Tiere interviewen. Da wollen die Freunde sie nicht alleine weiterreisen lassen – und fliegen kurzerhand ebenfalls auf den geheimnisvollen Kontinent. Ihre Reise stellt sich als manchmal gefährlich, aber immer als spannend heraus. Das Buch ist eine Ode an die Freundschaft. Weil wir selber vor wenigen Monaten in Südafrika waren und wilde Tiere gesehen haben, genießen wir den Schauplatz der Geschichte natürlich besonders.
Ingo Siegner, Der kleine Drache Kokosnuss bei den wilden Tieren. CBJ-Verlag, 8,99 Euro.

Kinderbücher, die auf Reisen gehen

„Ein kleiner Frosch macht Ärger“

Der Name des Buchs ist Programm: Der kleine Frosch malt Vater Frosch an, während dieser im Bett schlummert, er bringt das Telefon im Backofen zum Schmelzen und wäscht alle Bücher gründlich durch. Den Psychologen, zu dem ihn Vater und Mutter Frosch bringen? Dem zündet er einfach die Haare an! Es sei nicht zum Aushalten mit ihm, schimpft daraufhin Mutter Frosch – und dann reicht es: Statt weiter ausgeschimpft zu werden, geht der kleine Frosch weg, er reist mit dem Zug durch fremde Städte und auf einen Berg zu einem uralten Mann, der ihn durch Meditation zur Ruhe bringen will. Geht das gut? Natürlich nicht! Jakob Martin Strid, Schöpfer des wunderbaren Buchs „Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne“, hat einmal mehr ein großartiges Werk geschaffen, das uns alle zum Lachen bringt. Wir hoffen nun sehr, dass wir lange Freude am Buch haben und es keiner durchwäscht.
Jakob Martin Strid: Ein kleiner Frosch macht Ärger. Boje. 13 Euro.

„Antonia war schon mal da“

Der kleine Biber, der Buntspecht, Molch und Igel wollen zusammen verreisen. Ob ihre Freundin Antonia auch mitkommt? „Was soll ich vor die Pforte gehen? Ich hab die Welt doch längst gesehen!“ sagt sie aber. „Ihr glaubt mir nicht? Ihr wollt Beweise? Die findet ihr auf eurer Reise!“ Und so machen sich die Freunde auf den Weg – und entdecken überall Antonia, auf dem Berg, in der Höhle, in Städten und sogar auf dem Meeresgrund. „Antonia war schon mal da“ ist ein witziges Bilder-Such-Wimmelbuch über ein paar Freunde, die die Welt kennenlernen.
Patrick Wirbeleit und Max Fiedler: Antonia war schon mal da, Reprodukt, 16 Euro.

„Fiete – Das verrückte Rennen“ und Kinder-App „Fiete Puzzle“

Kennt Ihr Fiete? Den kleinen Seemann mit dem weißblau gekringelten Shirt und der Matrosenmütze? Falls nein, wird es höchste Zeit, dass ich Euch miteinander bekannt mache. Fiete gibt es in Bilderbüchern und als wirklich bezaubernde Kinder-Apps. Das jüngste Buch ist „Fiete – Das verrückte Rennen“, und spielt in Afrika: dort nehmen Fiete, Hinnerk und Hein nämlich an einem Autorennen durch die Wüste teil, gemeinsam mit anderen Rennfahrern aus der ganzen Welt. Zuerst ist es auch ziemlich lustig, über die Dünen zu düsen, das erinnert fast ein wenig ans Wellenreiten. Wenn da nicht plötzlich komische Geräusche aus dem Getriebe kommen würden … Wir lieben Fiete, die Bücher sind liebevoll gezeichnet und immer mit vielen Details gespickt; die Story ist immer bezaubernd.

Wer nach der Lektüre noch nicht genug hat von Fiete, was wahrscheinlich ist, der kann die älteren Bücher lesen – oder die neue, pädagogisch wertvolle Kinder-App bespielen: Mit „Fiete Puzzle“ erleben Kinder virtuelle, coole Kamerafahrten, vorbei an 9 Puzzle-Motiven, die sich in schönen Landschaften befinden. Bei jedem Kamerastopp müssen die Kinder erkennen, an welche Stelle das angezeigte Puzzle-Teil passt. Das ist einfach wie süß – und schon für Kinder ab zwei Jahren geeignet.
„Fiete – Das Verrückte Rennen“ von Ahoiii, Boje Verlag, 12,90 Euro. „Fiete Puzzle“, App Store.

Achtung, Werbung: Die FlipFlops, die meine Kinder im Sand neben Fiete-Buch und -App haben liegen lassen, sind beide von der Flipflopwelt.com – hier findet Ihr die tollsten und hochwertigsten Flipflops, die Ihr Euch für Eure Füße nur wünschen könnt.

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