Die 10 schlimmsten Demütigungen im Mama-Alltag

Spätestens im Geburtsvorbereitungskurs mit Muhen auf allen Vieren fängt es – hört lange nicht damit auf, dass die stillende Mama vergisst, die Brust einzupacken, wenn der Postbote klingelt.  Welche Demütigungen Mamas erleben, von denen sie kinderlos verschont würden, das habe ich mal aufgeschrieben.

  1. Ich hatte Läuse. Und das nicht damals, während meiner Kindheit, sondern neulich. Meine Tochter hatte vor kurzem nicht nur Zeichnungen, Basteleien und ihre unberührte Brotzeitbox aus dem Kindergarten mitgebracht, sondern auch einen kleinen Zoo. Leider haben wir das nicht gleich bemerkt, und weil wir im Familienbett miteinander kuschelten, haben auch der Sohn und ich ein paar Läuse abgekriegt. Herrje, ich empfinde es wirklich als demütigend, erstmals mit süßen 39 Jahren diese Viecher im Haar herumkrabbeln zu haben!
  2. Demütigend ist auch, wenn eine Mutter als die Oma ihrer Kinder bezeichnet wird, weil sie vielleicht nicht mehr ganz blutjung ist. So geschehen im Kindergarten: „Schau, da ist eine Oma“, hieß es da. Glücklicherweise nicht mir gegenüber. Schrecklicherweise war es aber meine Tochter, die das zur „Mutter von Alina“ gesagt hat. Uff.
  3. Überhaupt, der Kindergarten. Da fühle ich mich schnell ein bisschen ausgeschimpft, wenn wir schon wieder zwei Minuten zu spät sind und der Morgenkreis doch gleich beginnt!
  4. Der Göttergatte hatte vor ein paar Monaten auch seine ganz persönliche Demütigung erlebt, im Fasching. Wir standen an der Straße, um den Faschingsumzug anzusehen – und plumps, warf ein Kerl von einem Wagen eine prall gefüllte Gummibärchentüte auf seine Nase herab. Das tat wohl sehr weh – und eine kleine Schramme war auch zu sehen, fast wie nach einer Schlägerei.
  5. Auch in der hauseigenen Tiefgarage fühlen wir uns gedemütigt. Neuerdings schützt unsere Parkplatz-Nachbarin die eine Seite ihres Autos, die an unseren Parkplatz grenzt, mit einer dicken Decke. Es kann keine andere Erklärung dafür geben, als dass sie uns nicht zutraut, keinen Kratzer in ihren Lack zu machen, wenn wir mit den beiden Kindern in unsere Karre einsteigen. Puh. Dabei bin ich fast zwanghaft darin, die Türen nur so knapp wie nötig aufzumachen beim Ein- und Aussteigen mit den Zwergen.
  6. Wenn der Sohn beim Einkaufen freudestrahlend anderen Männern mit wenig Haupthaar zuwinkt und „Papa!“ ruft, dann ist das auch peinlich bis demütigend, für alle Beteiligten. „Ja, der Papa ist in der Arbeit“ ist dann das einzige, was ich rausbringe.
  7. Der Klassiker unter den Demütigungen sind Elternabende auf winzigen Kinderstühlen. Das kennen alle Eltern, ist aber immer wieder mies. Wenigstens durften die Schwangeren neulich auf den Bürostühlen der Kindergartenleiterin sitzen. Die Papas blieben stehen. Besonders souverän kommen meine Klagen wie „Warum muss der Morgenkreis denn immer so früh beginnen?“ aus dieser Position auch nicht daher.
  8. Wo auch immer sie es mitbekommen hatte: Die Tochter wollte im Januar unbedingt die Sendung sehen, „in der Menschen Würmer essen“. Daher haben wir ihr mal eine Sequenz des „Dschungelcamps“ aufgenommen. Am nächsten Mittag wurde ich beim Abholen aus dem Kindergarten darauf angesprochen: „Ihre Tochter hat echt Dschungelcamp geschaut – ist das Ihr Ernst?“ Ich lerne: Die größte Sicherheitslücke in einem Haushalt sind plappernde 5-Jährige im Kindergarten. Ich hoffe, sie hat nicht noch Schlimmeres erzählt.
  9. Mein Mann ruft brav jeden Sonntag bei meiner Schwiegermutter an, und auch die Kinder müssen ran. Damit keine Stille herrscht, soll sich die Tochter immer vorab überlegen, was sie erzählt – und manchmal, wenn sie sonst keine Lust hätte zum Telefonieren, kriegt sie danach auch eine Belohnung. Leider sagt sie das auch der Oma: „So, jetzt habe ich dir erzählt, dass ich heute gebastelt habe. Papa, kriege ich jetzt ein Überraschungsei?“
  10. Demütigend ist es auch, im Supermarkt ausgerufen zu werden, obwohl man genau weiß, wo das Kind ist. Bei Edeka gibt es in Bamberg eine Kinderspielecke. Darauf stürzt sich meine Tochter jedes Mal und beschäftigt sich lange. Ich habe sie vorige Woche dort abgestellt und bin nur ein Regal weitergegangen – „Ich hole schnell Nudeln, okay?“ – „Okay.“ Und 20 Sekunden später höre ich von einem Lautsprecher: „Die kleine Antonia sucht ihre Mama. Sie finden Sie in der Kinderspielecke.“ Ach ne. Meine Tochter sagte mir, eine Dame sei zu ihr gekommen und habe gefragt, ob sie ihre Mama suche – dabei wollte sie eigentlich weiterspielen.

14 thoughts on “Die 10 schlimmsten Demütigungen im Mama-Alltag”

  1. xD
    Ja, die Erlebnisse mit Kindern sind immer wieder toll.
    Wenigstens grüßt dein Sohn alle Männer mit „Papa“. Mein Sohn bringt es fertig, alle männlichen Erwachsenen mit „Hallo Opa“ zu begrüßen und das ganz unabhängig vom Alter. Selbst gerade mal 20-jährige Männer (fast noch Jungs) werden da zum „Opa“ gemacht ^^‘ Manche Männer sind da tödlich beleidigt und das im Dorf, wo jeder jeden kennt ^^‘ Frauen werden von meinen Kinder übrigens mit „Hallo Frau“ begrüßt.
    Aber trotzdem sehr schöner Beitrag ^_^ An einigen Stellen finde ich mich selbst wieder.
    Liebe Grüße,
    Melanie =^_^=

  2. Oh mein Gott … Läuse! Ich bete jedes Mal, wenn ein entsprechender Aushang an der Kindergartentür hängt, dass mir das erspart bleibt.

    Ansonsten kann ich mit meiner knapp dreijährigen Tochter natürlich auch ein Lied von derlei Situationen singen. Ein Beispiel:

    Tochter sieht im KiGa zu, wie ein Junge gewickelt wird:
    „J. hat einen Zipfel.“
    „Ja, der Junge hat einen Zipfel.“
    „Papa hat auch einen Zipfel.“
    „Ja, das stimmt.“
    „Einen großen.“

    Ich glaube, meine Tochter hat nicht verstanden, warum die Erzieherin und ich lauthals losgelacht haben …

  3. Köstlich, ja, einiges kenne ich auch, zB die Erzieherinnenstühle in der Schwangerschaft, wobei von mir aus der Morgenkreis schon um 6:00 hätte beginnen können, mit einem Kind das kurz vor 5:00 waaaaaaaaach!!!!!! ist 😮 (dieses Kind schläft heute gerne bis 13:00)
    Und Papa hat sie auch immer gerne zu peinlich berührten Männern im Supermarkt gesagt, ich meinte dann immer: „Das wüsste ich aber!“ und kassierte einige Lacher.
    Toller Post.
    Martina

    1. Sehr coole Antwort von Dir, liebe Martina! Einen Morgenkreis um sechs könnte ich aber nicht gebrauchen – meine Kinder sind Langschläfer, immer schon, und Nachteulen. Daher ist Kiga-Start um 8.45 Uhr eine ziemliche Herausforderung. Und wenn in eine Jahr dann die Schule startet, uuuuh!

  4. Achöner Artikel – Da machen wir gleich mit 😊
    In der KITA Band eine andere Mama ihren Sprössling kniend die Schuhe zu. Die tief geschnittene Hose liess da von hinten natürlich tief blicken. Mein Bub zeigte darauf und sagte ganz laut und mich Gekicher „Mami, lueg Füdeli“ (Mama, schau: Ein Popo)
    Ja und die Tobsuchtsanfälle mit sich auf dem Boden im Kreis drehen, find ich sich nicht ganz ohne 😂
    Liebe Grüsse Alexandra

    1. Hihi. Und ich glaube, diese „Demütigungen“ werden noch lange nicht aufhören. Mit etwas Abstand betrachtet sind sie auch ziemlich witzig – so werden wir vielleicht irgendwann einmal sogar die Tobsuchtsanfälle sehen ;-).

  5. Oja, Mamasein hat so manches für sich 😉 Auf jeden Fall einige Lacher mehr 😉 Und der Postbote wurde auch schon stillend (mit Baby dran) empfangen, aber was will man machen, die lassen sich bei Hunger nicht so leicht abdocken 😉 Und Hallo sagen – da sind meine nicht so, dafür wollen sie auch den Verwandten oder im Kiga oft nicht die Hand geben!

  6. Uns kommt auch das ein oder andere sehr bekannt vor. Wir fuhren kürzlich mit unserem Nachbarn im Auzug. Zwei Quadratmeter, alle ruhig. Unser Zweijähriger konnte das ganz offensichtlich nicht ertragen und packte gemütlich sein bestes Stück aus. Begleitet von den Worten: „Schau mal, ich hab einen Penis! PinkelPinkelPinkel“ wurde elegant die Hüfte geschwungen und das betretene Schweigen mündete in einem peinlich berührtem „Jaja, Kinder….!“

    Allerdings war diese SItuation noch deutlich netter als damals der Große, der mich (zu dem Zeitpunkt hochschwanger) in der Abholsituation im Kindergarten zwischen allen Müttern frage: „Hey Mama, trinkst du heute Nachmittag wieder so viel Bier?“ Zu meiner Verteidigung: Wir hatten am Tag vorher Freunde zum Grillen da und ich habe (YEAH!) ein alkoholfreies Bier getrunken. 😀

  7. Ihr findet es demütigend auf kleinen Stühlen zu sitzen? Was meint ihr wie demütigend das für die Erzieherinnen ist die den ganzen Tag darauf sitzen müssen und eure Kinder bespaßen..

    1. Das glaube ich sehr gerne. Aber, naiv gefragt: Habt Ihr nicht andere Möglichkeiten? Euch adäquate Stühle zu holen zum Beispiel?

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