Mama macht Sport: Bauch, Beine, Po machen nicht mehr froh

Zumba macht Spaß, sagen die, die es wissen – die Kombination aus Tanzen, Aerobic und lauter, südamerikanischer Musik soll tatsächlich Glücksgefühle auslösen. Stimmt das? Und macht sowas auch montagmorgens Spaß?

Drei Jahre nach der Geburt meines zweiten Kindes kann ich leider wirklich nicht mehr davon ausgehen, dass sich der Körper von alleine zurückbildet – daher ist jetzt Großkampf angesagt. Aber ob ich es schaffe, mich aus der körperlichen Problemzone herauszubewegen und jemals wieder die Figur wie damals, vor den Kindern, zu kriegen? Zumindest ansatzweise?

10 Wochen jedenfalls nach der Geburt war ich fast noch sportlich – da gab es den Rückbildungskurs. „Bauch, Beine, Po“ hatte unsere Kursleiterin aber die Stunde genannt. „Das schadet euch allen nicht. Nur den Beckenboden in Form zu bringen – das reicht nicht!“
„Military Drill“ nannten wir es, hinter vorgehaltener Hand. Laut zu sagen trauten wir uns fast nichts bei unserer Trainerin. Wer ihr nämlich Paroli geboten hat, wurde verspottet.
„Ihr hättet fast Idealgewicht“, sagte sie, 29 Jahre jung, kinderlos. „Wenn Ihr 2,20 Meter groß wärt.“ „Na, Schönheit braucht halt Raum“, erwiderte Tamara von der Nachbar-Matte, weswegen ich mich sofort mit ihr angefreundet habe.

Winktest? Bestanden!

„Da fällt mir der Winktest ein“, antwortete die Kursleiterin. „Er geht so: Stelle dich vor den Spiegel, hebe den Arm und winke dir zu. Dann höre auf zu winken. Wenn anschließend der Oberarm noch winkt, also, das, was daran herunterhängt, solltest du noch weitere zehn Stunden bei mir buchen. Mindestens. Haha, ich wette, das ist bei euch allen so, die ihr Raum braucht für eure Schönheit!“
Wir lachen, obwohl es schwer fällt. Weil wir uns ertappt fühlen. Die Kursleiterin versteht es jedenfalls, uns unsere prekäre Lage zu veranschaulichen und ihre Trainingseinheiten als unvermeidbar zu deklarieren.

Regelmäßig? Alle drei Wochen „Bauch, Beine, Po“

Und dann war erstmal wieder Schluss mit Sport. Ich hatte ja rund um die Uhr den kleinen Mann zu Hause und meistens auch die kleine Lady, und keine hebammlich verordnete Rückbildung mehr. Irgendwann habe ich in der Zwischenzeit mal mit Freundinnen einen Bauch-Beine-Po-Kurs bei der Volkshochschule gebucht – ja, auch mit Tamara. Das war gut und anstrengend, aber es war abends: Und da hatte mein Göttergatte parallel so oft Termine, dass ich zwar regelmäßig zum Sport gehen konnte, aber halt nur regelmäßig alle drei Wochen – Kindersitten hatte leider Vorrang. Sportlich betrachtet war das semi-effektiv.

Jetzt ist auch der Sohn im Kindergarten, nach drei Jahren zu Hause. Und ich? Habe seit mehr als fünf Jahren mal wieder richtig viel Zeit für mich selbst, nämlich alle Werktagsvormittage. Die Arbeit ruft zwar – aber da ich sie mir als Selbstständige frei einteilen kann, wurde auch das schlechte Gewissen laut und fragte, ob ich denn nicht zumindest eine Zumba-Stunde pro Woche einschieben könnte. Mal für den Anfang. Soll ja glücklich machen – und hoffentlich auch schlank. Also gut: Ich melde mich zum Vormittags-Kurs an, da können nämlich keine Abendtermine des besten Mannes von allen dazwischen kommen.

Zumba, Zumba, tätarääää

Also los! Und siehe da: In der ersten Stunde bin ich zwar nicht mitgekommen, das war fast zu schnelles Gehopse zu einem wahrlich tollen Sound. Beim zweiten Mal? Oh, das lief schon viel besser! Und tatsächlich: Es macht irre Spaß, endlich mal wieder Muskeln zu spüren, von deren Existenz ich gar nichts mehr wusste. Wenigstens eine Stunde pro Woche ohne die Kinder einfach nur für mich Sport zu treiben, dazu tolle Musik auf die Ohren zu kriegen. Und ja, Zumba ist schon ein wenig wie tolles Tanzen. Glücksbringend? Yeah!

Ihr Lieben, ich muss jetzt auch wieder aufhören mit Schreiben. Ich gehe nämlich auch noch schnell joggen, denn irgendwann will ich auch vor dem Winktest keine Angst mehr haben.

Wie ist es bei Euch, Ladys, macht Ihr Sport? Kommt Ihr dazu? Und wenn ja, welchen?

8 thoughts on “Mama macht Sport: Bauch, Beine, Po machen nicht mehr froh”

  1. Hallo Nadine,

    ich komme auch erst zum Sport, seit meine Madame in der Krippe ist. Vor Zumba ziehe ich den Hut; nach den paar Stunden, die ich mal gemacht habe, brauche ich nämlich defintiv ein Sauerstoffzelt. Ich mache seit vier Wochen verschiedene Kraft- und Cardio-Workouts, 3 bis 5 mal in der Woche. Zu Hause, vorm dem Fernseher. Hier schaut keiner schief und ich bin in meiner Komfortzone. Ich suche mir dabei immer etwas auf YouTube heraus, ich mag total die Videos von Bodykiss. Nach den vier Wochen weigert sich leider meine Waage vehement, meine Mühen anzuerkennen, körperlich merke ich es dagegen schon. Ich komme besser mit, fühle mich stärker, habe immer weniger Muskelkater. Ein tolles Gefühl!

    Der Sommer kommt in großen Schritten. Und das macht mir tatsächlich etwas Angst 🙂

    Viele Grüße
    Alicja

    1. Hallo Alicja, „Bodykiss“ ist gleich mal notiert, das will ich mir auch anschauen! Ja, ich finde es auch frustrierend, dass man – oder besser: frau – auf der Waage oft nix von all der Anstrengung merkt ,). Aber gut, die Fitness ist auch wichtig. Wichtigst! Ich finde Zumba auch anstrengend, nach spätestens 20 Minuten frage ich mich immer, wie ich die Stunde durchstehen soll. Weil’s aber so Spaß macht, reißt es mich doch immer weiter mit. Gut so – da wir Mütter nur so wenig Zeit für Sport haben, sollte der dann schon heizen, denke ich. Liebe Grüße! Nadine

  2. Hallo Nadine,
    Zumba ist total Klasse. Ich hab ab nächste Woche auch wieder ein Ticket zum Tanzen-Schwitzen-Spaßhaben und freu mich schon sehr. Ich versuch zur Zeit auch wieder für die Bikinisaison fit zu werden, aber es klappt nur Semi-gut.
    Ich hab zusätzlich noch ein Abo von Gymondo und mach dort ein 10 Wochen Programm. Das ist ganz cool, weil man sich den Sport nicht selber raussuchen muss sondern einfach ein Trainingsprogramm zusammengestellt kriegt. Nur den Popo hoch kriegen, das muss man noch selber.
    Ich schreib derzeit auch auf meinem Blog darüber. Ich freu mich wenn du vorbei schaust 🙂
    Viel Erfolg noch und gute Motivation
    LG
    Carola

    1. Liebe Carola, ich hab gerade vorbei geschaut! Klingt wirklich gut! Es ist aber echt gemein, wenn sich das Sportmachen nicht oder nur ein bisschen auf der Waage widerspiegelt. Naja, bleiben wir dran – auf eine tolle Bikini-Saison! Liebe Grüße! Nadine

  3. Zumba habe ich noch nicht ausprobiert, hätte aber schon große Lust, es mal zu testen. Zur Zeit mache ich sehr gerne Yoga, allerdings ein paar Mal mehr würde auch nicht schaden 😉
    LG Melli

  4. Hey, ich finde es immer super, wenn Mama’s sich aufraffen und wieder Sport machen. Denn es bringt doch nichts wenn es dem Nachwuchs bestens geht und Mama wird immer dicker und kränker. ich habe mich letztes Jahr im Mai entschieden, dass ich nicht noch mehr zunehmen möchte. Endgültig. Und mein Fitnesszustand war einfach nur schämenswert. Irgendwie hat es wirklich richtig klick gemacht und ich habe eine langfristige Ernährungsumstellung geschafft, zusammen mit meinem Mann und den Kids. Außerdem machen wir alle mehr Sport. Durch meinen Fitnesstracker habe ich meine Schrittzahl erhöht, und nehme dabei meine Jungs mit auf Tour. Ich bin nun 6kg leichter, habe keinen Winkearm mehr, fühle mich wieder jünger, fitter und selbstbewusster. Mein Mann ist stolz auf mich, und meine Jungs lernen auch davon. Ich weiß, dass der Anfang erstmal hart ist, aber der Weg lohnt sich ! liebe Grüße und viel Erfolg und Spaß! 🙂 Claudia

    1. Liebe Claudia, Du hast so recht – und wooooow, Du hast es offenbar geschafft. Sechs Kilo und keine Winkearme – hey, das ist megatoll! Ich hoffe, ich bleibe dran – aber Zumba macht schon mal viiiiel Spaß! Liebe Grüße! Nadine

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