10 Unkorrektheiten, die ich als Mama einfach machen darf

Als Mama muss ich manchmal ganz schön balancieren, jonglieren und tirillieren, um alles hinzukriegen, was hingekriegt werden muss: die Kinder, die Arbeit, die Beziehung, der Haushalt. Ich finde, ich darf mir daher auch Dinge herausnehmen, die vielleicht nicht ganz korrekt sind. Das Leben am Rande des Nervenzusammenbruchs ist nämlich anstrengend genug. Was andere darüber denken? Das war mir schon immer ziemlich egal!

Lest hier meine persönliche „Ich darf das!“-Top-Ten

1. Wenn ich zu Hause telefoniere, darf ich mich einsperren. Ich telefoniere nicht oft. Es funktioniert einfach nicht, denn Tochter und seit neuestem auch Sohn möchten immer gleich mittelefonieren – egal ob am anderen Ende Opa, Oma, jemand von Infratest, mein Hausarzt oder mein Werbekunde spricht. Falls es sich um berufliche Gespräche handelt, ist es einfach unprofessionell, wenn das Kind reinquatscht. Falls es privat ist, möchte ich auch mal für fünf Minuten alleine reden. Daher muss ich mich abseilen, will ich ungestört sprechen. Ich sperre dann zwar nicht die Kinder weg – aber mich selbst. Zur Not wüten sie dann vor der Türe. Egal, fünf Minuten halte ich durch, ich alleine mit dem Telefon.

2. Ich darf auch mal rutschen. Wenn ich schon ständig mit auf den sandigen Spielplatz muss, will ich auch mal was davon haben.

3. Ich darf jeden Tag ein Likörchen trinken. Unsere Kinder sind Wenigschläfer. Oft schlafen sie sogar erst nach neun ein. Wir schauen keine Tagesschau, nicht einmal den Tatort! Manchmal ist unsere persönliche Happy Hour daher sehr kurz, weil wir hundemüde sind. Aber Zeit für ein Gläschen Likör ist immer. Denn mit Likör ist nichts zu schwör.

4. Auch wenn der Mann jetzt wütend widersprechen wird: Aber ich darf auch mal meine gute Mülltrenn-Erziehung vergessen, ohne dass ich gleich verhaftet werde. Ich darf auch mal Papier in den Kompost werfen und Gläser in den Hausmüll. Manchmal muss es einfach schnell gehen. Die Alternative wäre, den Müll auf dem Küchentisch stehen zu lassen. Will man ja auch nicht.

5. Ich darf mit Flecken im Shirt auf Businesstermine gehen. Na, zugegeben: Eigentlich darf auch ich das nicht – aber hilft manchmal nichts. Denn was soll ich tun, wenn ich zum Abschied nochmals von einem Schokolade konsumierenden Mäuschen umarmt werde, und ohnehin zu spät dran bin? Ein Glück, dass ich als Journalistin meistens über Themen schreibe, die Familien betreffen, und somit vor allem mit Leuten zu tun habe, die selbst Eltern sind. „Sie wissen ja, wie das ist, nicht wahr?“

6. Ich darf zur Not auch die 150 Meter zum Supermarkt mit dem Auto fahren. Ich fahre überhaupt erst wieder Auto, seit wir zwei Kinder haben – vorher hatte ich noch nie ein eigenes Gefährt, aus sportlichen und ökologischen Gründen und weil der Liebste und ich uns einfach nicht um einen Gegenstand kümmern wollten, der Reifenwechsel braucht und zur Tankstelle muss. Geübt haben wir mit einer One-Touch-Kaffeemaschine, mit so einem Tamagotchi umzugehen: bis der eine Druck getan wird, muss eine Menge Vorarbeit geleistet werden. Nach jahrelanger Fahrabstinenz habe ich natürlich gleich mal links und rechts eine Schramme reingefahren und ich finde, DAS darf ich auch.

7. Ich darf eine Putzfrau engagieren, obwohl ich viel zu Hause bin. Der Spruch „Mit Kindern aufzuräumen ist, wie sich mit Nutella die Zähne zu putzen“ ist nämlich! so! wahr!

8. Ich darf mit den Kindern zu McDonalds gehen, denn da schlage ich drei Fliegen mit einer Klappe: Auch wenn es nicht gesund ist, sind sie satt. Sie sind beschäftigt, weil sie sich ewig auf der Rutsche aufhalten können. Ich kann derweil in aller Ruhe mein Smartphone checken, ohne dass sie es merken.

9. Ich darf alle Einkäufe im Auto lassen und abends sagen: „Harry, hol das aus dem Wagen.“ Ich schleppe die zwei Kinder samt ihrer Gepäckstücke schon den ganzen Tag herum. Manchmal muss ich einfach nicht mehr dran sein mit dem Herumwuchten aller Dinge.

10. Ich darf jede Party verlassen, sobald ich keine Lust mehr habe – auch wenn es erst neun oder zehn Uhr abends ist. Die beste Ausrede, die immer zieht, ist nämlich: „Die Kinder…“ Ich muss nicht mehr bei langweiligen Festen bis zum mitternächtlichen Geburtstags-Anstoßen bleiben – das bringt mir unheimlich viel qualitative, gute Lebenszeit.

Fallen euch auch Sachen ein, die zwar ein wenig unkorrekt sind, die ihr euch als Mama aber herausnehmt? Ich freue mich auf eure Kommentare, Powermamas! <3

26 thoughts on “10 Unkorrektheiten, die ich als Mama einfach machen darf”

  1. *lach*
    Inzwischen ist mein Sohn zwar 14, aber auch ich hab mich eingesperrt beim Telefonieren. Das mit der Mülltrennung (und schimpfenden Ehemann) kenne ich noch heute. Eigentlich kenne ich alles und ich überlege gerade, ob es da noch etwas hinzuzufügen gäbe. Falls mir noch was einfällt, melde ich mich. Ansonsten passt die Aufstellung doch schon wunderbar. Ich zumindest konnte ständig nicken.

    Liebe Grüße von
    Sandra

    1. Haha, da haben die meisten von uns wohl mit ganz ähnlichen Dingen zu kämpfen :-D. Dass Dein Sohn 14 ist, erleichtert sicher einiges 🙂 – in meiner Not habe ich tatsächlich meinen Sohn schon ab und zu mit meinen Geschäftskunden telefonieren lassen, damit er dann endlich Ruhe gibt. Puh. Ist natürlich nicht ideal ;). Liebe Grüße zurück!

  2. Hey sehr sehr cooler Blog Beitrag ich stimmer dir in fast allen Punkten zu. Likör mag ich nicht, Schleppen muss ich alleine da der Löwe auf Futterjagt ist, Mülltrennung muss sein immer da sonst die das Müllkonzept aus dem Ruderläuft und alles überquilt :). Sehr sehr schöner Beitrag und ich finde wir sollten die Mittel nutzen die uns zur Verfügung steheh unsere Leben auch als Mutti einfach zumachen. LG Alec von Margreblue

    1. Liebe Alec, das mit der Mülltrennung ist eigentlich auch wichtig – nur wenn alles explodiert haue ich einfach alles irgendwie in die Mülleimer. Mein armer Mann trennt es dann noch, bevor es wirklich in die Tonne geht. Das ist assig von mir – aber manchmal ist mir alles too much. Ich muss auch meistens alleine schleppen – aber die zeitloseren Dinge lasse ich dann doch einfach im Auto liegen … Mein armer Mann, merke ich gerade, muss ganz schön viel „korrigieren“ ;-). Liebe Grüße!

  3. Ich bin zwar noch keine Mutter und das wird eine Zeitlang auch so bleiben, aber ich stimme dir in vielen Fällen trotzdem zu. Letztlich muss jeder von uns selbst entscheiden, womit er seine beschränkte Lebenszeit verbringt – dann wandert der kleine Papierschnipsel halt in den Restmüll oder ich fahre mit dem Auto zum Großeinkauf. Dafür steigt aber meine Lebensqualität und das ist mir umso wichtiger!

  4. Falls ich dir einen Tipp geben darf: sperr dich zum Telefonieren nie auf den Balkon…. NIE 😉 was aber der Vorteil ist mit Kindern: man kann so ungeliebte Telefonate abkürzen, in dem man Schoko, Haribo… über ihre Köpfe hält… „die Kinder…“ 😉 lg Uli

    1. Haha, das merk ich mir! Wobei ich schon so unangenehme Telefonate hatte, wo sich das Gegenüber trotz „die Kinder…“ nicht abwimmeln ließ, uaaah …

  5. Ganz toller Beitrag. Hat mir gerade sehr gut getan 😉
    Ich würde noch hinzufügen, dass man als Mama auch einmal entscheiden darf, dass man am Wochenende, trotz herrlichem Wetters, den Tag auf der Couch und Filme schauend verbringen darf. Überhaupt, wie die ganze Woche Volldampf angesagt war. Da braucht es dann nicht unbedingt auch noch ein actionreiches Wochenende.
    Liebe Grüße Babsi

  6. Hihi, dieser Post tut gut! Beim Telefonieren muss ich mich manchmal auch einsperren. Und Mama bekommt manchmal mehr Süsses als die Kinder dürfen, natürlich hinten durch. 😉

  7. Herrlicher Beitrag! Ich hab so lachen müssen beim Lesen – vielen Dank 🙂
    Spontan fällt mir kein weiterer Punkt ein, außer dass mein Mann und ich uns plötzlich auf Englisch verständigen sobald wir uns wegschleichen um heimlich Schokolade ganz allein (!!!) zu futtern.
    Ganz liebe Grüße,
    Julie von julies-blog.at

    1. oh, das stimmt. das mach ich auch manchmal: sowohl schoki heimlich essen, als auch mit meinem mann englisch sprechen, damit die süßen nicht alles mitkriegen ;-). sehr lustig.

  8. Hi du,
    Das ist eine tolle Aufzählung . Kann ich total nach voll ziehen 😁
    Ich mache auch:
    Heimlich Schokolade essen
    Im Bad telefonieren
    Früher von der Party gehen

    Und außerdem:
    Amüsiert über Jungmütter die Stirn runzeln (okay, das macht man nicht, aber manchmal kann ichs nicht verheben)

    Viele liebe Grüße
    Carola

  9. Absolut doof, da Ehrlichkeit natürlich immer besser ist, aber 1 oder zweimal als „blöde“ Ausrede vorgeschoben: Kind ist krank, kann nicht zur Feier kommen :/

    LG

  10. Grandioser Beitrag, ich kann ich nur anschließen. Manchmal schließe ich mich auch im Bad ein. Ganz nach dem Spruch: “ meine Hobbies? Was soll ich sagen, ich bin Mama, ich bin gern allein im Bad!“

  11. Hi,
    Cooler Beitrag!
    Zu „heimlich Süßkram essen“ würde ich noch hinzufügen: vor dem Essen beim kochen Naschen
    Bei uns eigentlich ein absolutes No- Go. Und:
    Sonntags morgens einfach mal im Wohnzimmer ne Stunde Kinderfernsehen laufen zu lassen um selbst ein bisschen länger mit dem Schatz in Ruhe im Bett bleiben zu können.
    Glotze als Babysitter: Darf ich in diesem Fall auch mal! 😊

  12. Kann mich dem Beitrag gerade gar nicht anschließen. Meine Frau und ich arbeiten beide Vollzeit und haben Haus und Hof & Haustiere und schaffen es ohne Putzfrau, Essen selten Mc Donalds, meine Frau trägt mit mir zusammen die Einkäufe die Treppen hoch (und lebt nochimmer), unsere Kinder haben gelernt uns telefonieren zu lassen ohne einzureden – weil es sich so gehört und unsere Kleine sagt uns schon mit 4 wenn etwas nicht auf den Kompost gehört.

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