Zwei Affen auf Elefanten-Safari: mit Kindern im Addo Elephant Park

„Two adults and two monkeys“ – zwei Erwachsene und zwei Affen. So zählt uns der Herr am Eingang des Addo, eines Elefantenparks im Süden Südafrikas, mit Blick ins Auto durch. Das finden die Kinder natürlich lustig. „Uh, uh“, machen sie, die beiden Äffchen, daher. „Gibt es einen Ort, wo die Affen, äh, die Elefanten am besten zu sehen sind?“, fragen wir den Herrn auf Englisch und deuten auf die Landkarte, auf der die Wege durch den Park verzeichnet sind. Er sagt, am Wasserloch rund um die Gegend, die „Hapoor“ heißt, hätten sich heute schon Tiere blicken lassen. „Viel Glück!“.

Mit Kindern in Südafrika: im Elefantenpark Addo

Der Addo Elephant Park liegt rund 70 Kilometer von Port Elizabeth entfernt. Dieser Park gehört zu den größten Safari-Parks des Landes, besonders ist, dass er malariafrei ist – und wir ihn somit bedenkenlos auch mit kleinen Kindern durchkreuzen können; unsere Süßen sind 3 und 5 Jahre alt. Besonders ist außerdem, dass wir den Park als Selbstfahrer erkunden dürfen und nicht mit einem Ranger unterwegs sind. Wir müssen uns allerdings an die Regel halten, dass wir nur an bestimmten Stellen das Auto verlassen dürfen – und auch an diesen speziellen „View Points“ wird vor Löwen gewarnt, die auch im Addo leben, genau wie viele andere wilde Tiere.

Errichtet wurde der Park aber in erster Linie für Elefanten – im Jahr 1931, um die letzten elf Dickhäuter der Gegend zu schützen, die bisher weder Elfenbeinjägern noch Farmern zum Opfer gefallen sind. (Die Farmer waren nicht begeistert von den Elefanten, weil sie auf der Suche nach Nahrung regelmäßig Felder und Gärten verwüstet hatten). Es dauerte aber bis 1954, als es bereits wieder 22 Elefanten gab, bis ein Zaun rund um ein 2270 Hektar großes Gebiet gespannt wurde, der bis heute vom Park genutzt wird. Heute leben übrigens rund 500 Dickhäuter dort. Wir kriegen daher bestimmt welche zu sehen, denken wir. Doch erstmal – außer dicken Kot-Haufen – keine Spur von den Riesen.

Schildkröten jeder Couleur

Stattdessen laufen uns jede Menge andere Tiere über den Weg. Unendlich viele Warzenschweine etwa. Büffel am Wasserloch. Zebras. Springböcke. Irre beeindruckend! Wir fahren und fahren und sind ziemlich froh, dass unser Auto klimatisiert ist, denn draußen hat es fast 40 Grad, was auch für die Gegend hier ungewöhnlich ist. Am späten Nachmittag, als es abkühlt, sind viele Schildkröten auf der Straße, die es sich auf dem aufgeheizten Teer gemütlich machen: Babyschildkröten, riesengroße, sich paarende. Faszinierend, aber wo haben sich die Elefanten versteckt?

Addo

Und dann entdecke ich sie. In etwa 500 Meter Entfernung sehe ich mitten in einem Wäldchen lauter Buckel, ich hatte sie zuerst für Felsen gehalten. Hunderte Elefanten müssen da zwischen den Bäumen stehen! Was für eine Masse! Leider aber sind sie so weit entfernt, dass wir sie nicht richtig bestaunen können – aber wir haben einen Eindruck davon, welche immense Herde das sein muss. Wow.

In der Herde

Ein bisschen enttäuscht darüber, dass wir keinen Dicken in der Nähe gesehen haben, fahren wir in Richtung Park-Ausgang. Und dann geht es nicht weiter, wir müssen anhalten, denn: Vor unserem Auto steht nämlich, irre unglaublich, ein Elefant, groß wie ein Berg. Oh, und neben ihm kommt aus dem Busch ein Elefantenbaby heraus und spaziert seelenruhig vor uns über die Straße. Und dann kommt ein Elefant, Grünzeugs kauend, von hinten an uns heran, überholt uns, während er ans Auto streift. Und dann kommt noch einer, und noch einer. Umgeben von mindestens 20 Elefanten bleibt uns einerseits das Herz im Hals stecken – und doch sind wir Erwachsenen so fasziniert, wie eindrucksvoll sie sind, so nah, so mächtig. Antonia hat indes Angst und kann gar nicht hinsehen, sie verkriecht sich tief in ihrem Sitz. Valentin sagt: „Groß“, und das ist auch fast das einzige, was ich denken kann. Wahnsinn, spektakulär ist das! Furchteinflößend und faszinierend.

Addo

Sattsehen können wir uns wohl nie an diesem Anblick, aber irgendwann fahren wir weiter.

Elefanten: Groß!

Am Abend erzählt unser Dreijähriger jedem, der es hören mag oder auch nicht, von den Elefanten. Sogar der Katze in unserer Unterkunft erzählt er: „Elefanten gesehen. Groß!“

Was für die Tochter das Beste des Tages war? Die Dicken, klar. „Sehen wir sie morgen nochmals?“, fragt sie beim Einschlafen. „Dann hab ich keine Angst.“

4 thoughts on “Zwei Affen auf Elefanten-Safari: mit Kindern im Addo Elephant Park”

  1. Hallo,ach was ein toller Elefantenpark. Sieht nach richtig viel Spaß aus. Da würden sich meine auch drüber freuen. Die sind auch immer richtig happy wenn wir in den Zoo fahren. Das ist leider so gar kein vergleich aber dennoch schön für die beiden.
    Wunderschöne Fotos da will man gleich dahin 😉
    Lg Nadine

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