Ein bisschen wie James Bond: Der Film „Ritter Rost 2 – das Schrottkomplott“

„Licht an“, sagte ein kleiner Junge neben mir, als das Licht im Kinosaal ausging, weil der Hauptfilm startete – „Ritter Rost 2 – Das Schrottkomplott“. Meine Tochter selber hatte „Wow“ gesagt, als sie den Kinosaal betreten hatte. Wir hatten uns den Film in einer Vorpremiere unseres Kinos in Bamberg angesehen. Tolle Lichter, aufregende Atmosphäre – und dann ist der Vorhang aufgegangen. Natürlich war die Süße da beeindruckt.

Geärgert habe ich mich über die 20 Minuten dauernde Werbung, die offenbar auch Kindern reingepresst wird. Das macht aus einem 87-Minuten-Film für Kinder gleich mal einen fast 2-Stunden-Film – ganz schön lang. Zum Schluss der Werbung wurde das Eis-Angebot gezeigt, zum Glück checkte offenbar niemand der jüngeren Kinobesucher im Saal, dass das jetzt auch konsumiert werden könnte, hier an Ort und Stelle. Gut, dass keiner der Eltern einen Ausreißer gemacht hatte und eins gekauft hatte – sonst wären wir wohl alle dran gewesen.

Bankrott: Schrottland

Doch dann ging’s los. Die Story von „Ritter Rost 2“ ist leicht erzählt: Schrottland ist abgebrannt, und bankrott. Die Ritter werden entlassen, und sogar  König Bleifuß tritt zurück, um sein eigenes Gehalt zu sparen. Stattdessen übernimmt seine Tochter Magnesia das Zepter.

In seiner Arbeitslosigkeit besinnt sich Rost auf eine Familientradition – er steigt in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters, eines Erfinders, und entwickelt nach den verstaubten Plänen Waffen- und Robotersysteme, mit denen er Schrottland wieder Aufschwung verleihen will. Leider richtet sich all das anfangs nicht nur gegen seine Rittersfreunde, sondern auch gegen das gesamte zivile Schrott-Reich.

Kämpfen wie bei den Großen

Viele schräge Details faszinieren meine Tochter und mich in der animierten Welt Ritter Rosts, und für uns Erwachsene gibt es als Zugabe viele Anspielungen auf die Probleme der realen Welt: Medienmanipulation, Folgen von Arbeitslosigkeit … Dennoch, während in den Ritter-Rost-Büchern tatsächlich die charmant-schrulligen Elemente in den Vordergrund treten, umrahmt von den tollen Liedern, die den Bänden beiliegen, dominieren im Film zumindest gefühlt die brenzligen Szenen, ebenso die – vergleichsweise harmlosen – Kämpfe. An einer Stelle denke ich sogar, dass Ritter Rost eine kindliche Version von James Bond ist: Es gibt Helden, ein Bond-Girl wie Burgfräulein Bö, irre Fahrzeuge und Erfindungen, die den Film vorantreiben.

Unser Fazit: „Ritter Rost 2“ kann man sehen, muss man aber nicht. Es gibt meiner und unserer Meinung nach charmantere Zeichentrickfilme, und manches, was die Bücher so bezaubernd macht, bleibt ein wenig auf der Strecke.

Besser ist immer noch, die Bücher zu lesen. Zum Einstieg empfehlen wir: „Ritter Rost. Musical für Kinder“ – den ersten Band aus dem Terzio-Verlag für 19,95 Euro, von Jörg Hilbert und Felix Janosa. Da geht es um einen Zirkusbesuch, bei dem Fabelwesen darum konkurrieren, wer das Fabelhafteste sei. Drache Koks macht daraufhin nicht nur ein Feuerwerk, sonderns steckt sogar den ganzen Wald in Brand. Aber lest selbst – absolut toll!

 

1 thought on “Ein bisschen wie James Bond: Der Film „Ritter Rost 2 – das Schrottkomplott“”

  1. Liebe Nadine,
    wir haben ein Rittor Rost Buch welches uns sehr gefällt und auch den ersten Teil vom Film. Ich muss gesetehn wir haben ihn uns noch nicht einmal angesehen, das holen wir aber noch nach.
    Liebe Grüße Marie

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