Timing ist alles? Vom richtigen Zeitpunkt, ein Kind zu zeugen

Der richtige Zeitpunkt für ein Kind? Der ist nie, wie man in unseren Breiten so schön sagt. Irgendwas ist immer. Nina Kreska, Bloggerin von „Du und Dein Kind“ hat sich dennoch Gedanken zum richtigen Zeitpunkt fürs Kinderkriegen gemacht, mit dem Schluss: Es gibt keinen falschen. Aber lest selbst:
„Gibt es ihn überhaupt, den richtigen Zeitpunkt für ein Kind? Und falls es ihn gibt, wann ist er? Sollten die Eltern in spe ein gewisses Alter erreicht haben? Brauchen sie einen bestimmten Beruf und müssen sie Betrag x verdienen?
Als ich schwanger wurde, studierte ich. Ich war 24 Jahre jung und noch relativ am Anfang meines Studiums, als wir die Nachricht bekamen, dass es geklappt hatte und ich ein Kind bekommen sollte. Ein paar Monate zuvor hatte ich leider erfahren, dass ich eine Endometriosezyste hatte und dass das Schwangerwerden bei mir schwierig sein könnte.
Als es dann doch so schnell geklappt hatte, waren wir natürlich überglücklich. Dass ich noch am Studieren war, war uns egal. Für uns gab es keinen „richtigen“ oder „falschen“ Zeitpunkt für ein Kind.

Ein Geschenk geht immer

Ein Kind ist ein Geschenk. Und über Geschenke freut man sich ja bekanntlich. Was für uns als Eltern also eine riesige Überraschung und Glück pur war, war für einen Teil der Familie erstmal ein Schock. „Du hast doch erst angefangen zu studieren, willst du nach der Geburt etwa wieder in deinen alten Beruf zurück?“, oder „Wie konnte das passieren?“, wurde ich oft gefragt.

Ich verstand die Leute nicht. Ich war überglücklich, ein Kind zu bekommen, und bekam so viel Kritik entgegen gebracht. Finanziell waren wir unabhängig und mussten uns keine großen Sorgen machen. Die Partnerschaft war gefestigt und wir lebten schon eine Weile zusammen. Weshalb sollten wir dann warten? Vor allen Dingen, auf was? Auf die Beendigung meines Studiums? Ich bin im besten Alter, um Kinder zu bekommen, und sowohl mein Partner als auch ich hatten den Kinderwunsch. Deshalb gab es für uns nur eine Option, und die hieß: Kind.

Junge Mutter = asozial?

In vielen anderen Ländern dieser Erde ist es auch heute noch völlig normal, dass Frauen in jungen Jahren Kinder bekommen. Oft sogar schon mit 19 oder 20 Jahren. Für die Familien ist dies vollkommen in Ordnung. In Deutschland ist dies aber leider nicht mehr der Fall. Eine Schwangerschaft in jungen Jahren wird oft mit bildungsfernen Verhältnissen assoziiert. Oft ist sogar von asozial die Rede. Das aber auch vor nicht allzu langer Zeit die Frauen hier in Deutschland früh ihre Kinder geboren haben, wird dabei oft vergessen.

Aber warum bekommen Frauen immer später ihre Kinder? Viele Frauen möchten selbst Karriere machen und da würde ein Kind eher im Weg stehen, als das es Freude bringt. Man denke nur einmal wieder an die Debatte ums Social Freezing… Kind und Karriere sind für Frauen eben oft nur schwer unter einen Hut zu bringen.

Frau muss eh selbst entscheiden

Wie dem auch sei: Die Frage nach dem richtige Zeitpunkt für ein Kind ist immer eine sehr subjektive Angelegenheit und sollte das auch bleiben. Niemand sollte einem bei diesem Thema dreinreden. Diese alles verändernde Entscheidung kann einem niemand abnehmen. Der eine möchte möglichst früh Kinder, der andere braucht eben etwas länger. Das Alter spielt in meinen Augen auch keine Rolle, denn sowohl eine 20 Jahre alte Frau, als auch eine 40-Jährige können gute Mütter sein. Oder schlechte. Das Einkommen der Eltern sollte auch keine Rolle spielen, denn weder der Kontostand noch andere wirtschaftliche Verhältnisse sollten über die Kompetenz, ein Kind großzuziehen, entscheiden. Schlussendlich bleibt es eben doch eine ganz private und intime Entscheidung, die nur jeder für sich selbst und für seine Familie treffen kann.“

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