Reiterhof trifft Landgrafen-Kulisse: Familotel „Gut Landegge“ im Emsland

Ich sitze auf der Terrasse, den Blick auf eine weitläufige Koppel gerichtet. Eine Herde ausimg_7309 Pferden, Ponys und einem Esel galoppiert von links nach rechts und wieder nach links. Schließlich scheinen die Tiere den perfekten Ort gefunden haben, um zu ruhen und Gras zu fressen. Ewig möchte ich zusehen, wie sie durch die Landschaft tollen. Ich vergesse in dieser Entspannung alles um mich herum, bis Antonia und Valentin und zwei weitere Kinder mit der Reitlehrerin Ponys von der Koppel holen. Wie schön, dass sich bereits Valentin mit seinen zweieinhalb Jahren ein Pferd für den Ausritt aussuchen darf, stolz wie ein König wird er wenig später auf Pony Coco sitzen und im Pferdetross durch das Wäldchen, das das Anwesen umgibt, reiten.

Manchmal ist das Leben ein Ponyhof

Wir befinden uns im weitläufigen Anwesen des Familotels „Gut Landegge“ bei Haren in Emsland, und es ist herrlich. Ein gepflegter, entspannter Ort, an dem wir drei wundervolle Tage verbringen. Das Emsland ist ein malerischer Flecken Landschaft, unweit der holländischen Grenze, nicht weit von Ruhrgebiet, Münsterland, Ostfriesland und Nordsee entfernt, und ich habe lange nicht mehr so durchgeatmet wie hier. „Hier ist die Welt noch in Ordnung“, sagt die Reitlehrerin bei der Begrüßung, und ich bin sicher, sie hat recht.

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Es ist wunderschön hier. Die stilvollen, historischen, landwirtschaftlich genutzten und neu gebauten Gebäude des Anwesens „Gut Landegge“ sind bestens in die malerische Landschaft eingefügt. Herzstück des Familienhotels ist das Wasserschloss aus dem 17. Jahrhundert, das von einem märchenhaften Park mit altem Wäldchen, Rosenbüschen, blühenden Hortensien und Obstgärten umgeben ist. Wir schlafen im Neubau. Mit viel Geschmack wurde das Kinderhotel gebaut, gewachsen, erneuert, ergänzt.

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Was mich neben der berückenden Schönheit am meisten fasziniert hier: Die Kinder erleben, was auch ich als Kind auf dem Bauernhof meiner Großeltern erleben durfte, sie können in Freiheit einfach loslaufen, um alles zu entdecken. Straßenverkehr ist hier kein Thema, aufs Anwesen gelangt man über eine prachtvolle, private Allee. Die Kinder besuchen also Pferde, Hasen, Ziegen – und die Schweine, denen sie „Gute Nacht“ wünschen. Später toben sie wie verrückt in der Heu-Scheune, bis sie sie als kleine Vogelscheuchen wieder verlassen, strahlend vor Glück und Abenteuer.

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Das Familotel ist eine einmalige Mischung aus allem Luxus, den sich Eltern im Urlaub wünschen, und Erlebnissen auf dem Bauernhof, von denen Kinder träumen.

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Gleich nach dem wunderbar üppigen Frühstück, bei dem wir Clown Happy, das Maskottchen der Familotels, wiedersehen, geht es für die Kinder jeden Morgen in den Stall. „Rund ums Pferd“ heißt das Kinderprogramm, bei dem sie striegeln, Hufe auskratzen, ausreiten, Kutsche fahren und zur Abwechslung auch mal auf Esel Pan sitzen. Ein niedrigschwelliges Angebot ist das – obwohl wir noch nie mit Pferden zu tun hatten, reiten die Kinder sogleich durch die Landschaft, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Natürlich unter Aufsicht der engagierten und sympathischen Reitlehrerin Antonina. Unsere fast namensgleiche Antonia ist mit ihren viereinhalb Jahren sogar alt genug, um ihre erste „richtige“ Reitstunde zu nehmen und Erfahrungen im Trab zu machen.

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Wellness trifft Reitergut

Wir Eltern genießen derweil das im vergangenen Jahr gebaute Schwimmbad, mit fantastischem Wellness- und Saunabereich. Und damit wir beim Schwimmen die Pferde nicht vermissen, zeigen die Panoramafenster des Bades auf die Koppeln.

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Auf dem Traktor zum Picknick

Valentin lässt sich währenddessen bei der Kinderbetreuung schminken, an einem anderen Tag stehen Ritterspiele auf dem Programm, auch ein Schwimmkurs ist möglich. Wir treffen uns wieder nach dem Mittagessen, als uns Bauer Gerd mit dem Traktor zu einem wunderbaren Picknickplatz an der Ems fährt, durch den hübschen Ort Haren, wo wir gemeinsam mit einer anderen Familie Kaffee und Kuchen genießen.

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Es gäbe noch viel mehr gut erreichbare Ausflugsziele. Der besondere Tierpark im holländischen Emmen etwa, wir sind nämlich nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt. Ganz nah sind auch die Meyer-Werft in Papenburg, das Schloss Clemenswerth in Sögel oder das Ferienzentrum Schloss Dankern. Auch ein Tag an der Nordsee ist drin von hier als Ausflugsziel. Uns zieht es aber nicht weg von hier. Alles andere muss warten.

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Davon, dass Hausherr Tim Hiebing einen Sohn im Alter von dreieinhalb Jahren hat, profitieren auch die Gäste: Der Hotelchef weiß nämlich sehr genau, was kleine Racker wünschen. Daher ist nicht nur für viel Spaß bei der für Familotels obligatorischen  Kinderbetreuung – ob mit oder ohne Pferd – gesorgt, auch das Schlechtwetterprogramm sucht seinesgleichen: In einer riesigen Scheune befindet sich ein Indoor-Spielplatz, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Drei riesige Hüpfburgen sind darin aufgebaut, Trampoline, ein Fuhrpark aus Bobby Cars und anderen Fahrzeugen, von deren Existenz wir bislang nicht wussten und die die Kinder allesamt austesten. Und die Geräte, auf die ich auch darf, nutze ich auch. Was für ein Spaß!

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An unserem Abschlussabend gibt es kein Büffet wie an den anderen Tagen (-was immer köstlich und vielseitig ist!) – heute wird gegrillt: Im wunderbaren Park mit Blick auf das Schlösschen genießen wir unser Fleisch, leckere Salate – und die Kinder dürfen zum Abschluss ihr eigenes Stockbrot machen und über einer Feuerstelle backen.

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Mein Fazit

Ehrlich, bisher war ich immer skeptisch in Bezug auf Urlaub in Deutschland, mich hat es immer in die Ferne gezogen. Ich dachte immer: Deutsche Landschaften sind sich zu ähnlich, es gibt zu wenig Abenteuer, zu wenig Entspannung, weil der Alltag so nah ist. Hier, im  malerischen Emsland, hat sich meine Einstellung geändert: In der Weitläufigkeit des vornehmen und doch so kinderfreundlichen Anwesens, wo die Kinder noch echte Abenteuer erleben und für die Erwachsene tiefe Entspannung genießen, schalte ich ab wie sonst nur in fremden Ländern. Wir fühlen uns sehr wohl, wie eine Landgrafenfamilie auf Urlaub, und sind ziemlich froh, dass wir bald wiederkommen können. Es ist ja nicht aus der Welt.

Mehr Informationen über das Traum-Hotel mit angeschlossenem Reitgut findet Ihr hier. Wer spontan ist, sahnt jetzt, im Herbst, noch Familienurlaub zum Last-Minute-Preis ab.

5 thoughts on “Reiterhof trifft Landgrafen-Kulisse: Familotel „Gut Landegge“ im Emsland”

  1. Schöner Beitrag. Klingt echt gut.
    Wie sieht es mit den „Nebenkosten“ aus? Schließlich gibt es für die Erwachsenen kein All-Inclusive wie bei vielen anderen Familotels…

    1. Lieber Marcus, die Nebenkosten waren sehr moderat. Keine Luxuspreise für Kaffee und Kuchen oder ein kleines Mittagessen sowie Bier oder Wasser. Mittagessen blieb deutlich unter zehn Euro. Das alles fiel nicht ins Gewicht, und eigentlich hatten eh nur die Kinder tagsüber Hunger. Wir wollten nur köstlichen Kuchen ;-). Liebe Grüße, Nadine

  2. Klasse Bericht mit sehr schönen Fotos. Ihr hattet wie man sieht Glück mit dem Wetter. Wir waren schon mehrmals im Familotel Ebbinghof im Sauerland. Einmal sogar drei Wochen nach der Entbindung vom zweiten Kind.

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