Kinder-Musical „Die kleine Meerjungfrau“: Unter Wasser spielt die Musik

Meerjungfrau - 02„Wie kann die denn auf der Bühne schwimmen?“, „Ist das ein verkleideter Mensch?“ : Das waren nur zwei der gefühlt 1000 Fragen, mit denen mich meine Süße auf den Weg zum Musical „Die kleine Meerjungfrau“ bombardiert hat, das in der Bamberger Konzerthalle gastierte und derzeit durch ganz Deutschland tourt. Und obwohl wir erst fünf Minuten vor Vorstellungsbeginn am Platz waren, fragte sie noch gefühlt 348 mal: „Wann geht es endlich lo-hos?“

Und dann tauchte sie endlich auf auf der Bühne: die kleine Meerjungfrau. Als Kindermusical frei nach dem dänischen Erzähler Hans Christian Andersen, aufgeführt vom Theater Liberi.

Traumprinz gefunden
Die Geschichte ist schnell erzählt: Die schöne Meeresbewohnerin beschloss, sich die Welt über Wasser anzusehen – gegen den Willen ihres Vaters, des Meerkönigs. Als sie oben ist, herrschte gerade Sturm – ein Prinz war in Seenot; die Nixe rettete ihn. Sie verliebten sich ineinander – und natürlich träumte die Meerjungfrau fortan davon, den schönen Mann wiederzusehen.

Hexe macht der Meerjungfrau Beine
Meerjungfrau - 03Die Meerhexe in einem fantastischen Kostüm voller ausladender Oktopus-Arme half ihr dabei. Sie zauberte der Meerjungfrau Menschenbeine im Tausch gegen ihre Stimme. Weil die Hexe aber böse ist, gibt es eine Auflage: Sollte der Prinz die Nixe nicht innerhalb von drei Tagen küssen, würde sie sich in Meeresschaum verwandeln … Natürlich gab es ein Happy End. Natürlich sah es aber zwischenzeitlich nicht gut aus für die junge Liebe. Das Stück war so gestrickt, dass auch Kindergartenkinder mitfiebern – aber glücklicherweise war es nicht so düster, dass sie es nicht aushalten würden.

Bühne unter Wasser
Das Bühnenbild war einfach, aber effektvoll: Zwei Riesenwürfel in blau symbolisierten die Unterwasserwelt, zwischen ihnen spielte sich das Leben im Meer ab. Auf den Würfeln befanden sich die Boote in Seenot, mit dem Prinzen drauf. Und für die Landszenen am Strand wurden die Würfel einfach umgedreht – jetzt sahen sie wie Strandhäuschen aus.

Alles stimmig?
Der Gesang war schön anzuhören – aber ein wirklicher Hit war nicht dabei. Dass die Meerjungfrau auch in der Phase, in der sie qua Drehbuch keine Stimme hatte, dennoch singen konnte: das hat nicht nur die Kinder verwirrt; ich hätte mir hierfür eine elegantere Lösung gewünscht. Schade auch, dass es keine Interaktion zwischen Darstellern und Publikum gab, das erwarte ich schon fast bei einem modernen Kindertheater.

Warum nicht beim Papa wohnen?
Zum Trost aber gab es nach der Show jede Menge Interaktion: Geduldig signierten die Darsteller im Foyer jede CD, jedes Poster mit der „kleinen Meerjungfrau“, und sie ließen sich mit ihren jungen Fans ablichten.
Meerjungfrau - 01Auf dem Heimweg gab’s wieder eine neue Fragerunde: „Mama, fährt die Meerjungfrau wieder nach Hause?“, „Mama, kann die Hexe in echt zaubern?“, „Warum will die Meerjungfrau beim Prinzen und nicht beim Papa wohnen?“
Fazit: Wir haben einen unterhaltsamen Nachmittag verbracht. Aus Erwachsenensicht hätte ich mir aber noch ein paar Features für das Musical mehr gewünscht: Ansprache der Kinder, eingängigere Musik, ein aufwändigeres Bühnenbild. Die Kinder aber hatten ihren Spaß – und das ist die Hauptsache.

Weitere Tourdaten:

8. Januar, 16 Uhr, Mindelheim

9. Januar, 15 Uhr, Bad Reichenhall

10. Januar, 15 Uhr, Fürstenfeldbruck

15. Januar, 16 Uhr, Braunau

16. Januar, 15 Uhr, Dingolfing

Weitere Termine bis 20. März auf www.theater-liberi.de

Fotos: Theater Liberi

1 thought on “Kinder-Musical „Die kleine Meerjungfrau“: Unter Wasser spielt die Musik”

Kommentar verfassen